Dachsbau: Mehr als nur ein Dach überm Kopf!

Als Allesfresser ist der Dachs (Meles meles) nicht wählerisch. Er frisst unter anderem Waldfrüchte, Mäuse, Vogeleier, Wurzeln und Schnecken. Weil in der kalten Jahreszeit seine Lieblingsspeise - Regenwürmer und Insektenlarven - knapp werden, hält er Winterruhe in seinem selbstgegrabenen Bau.

Dieser besteht aus einem verzweigten System von unterirdischer Gängen im Waldboden und hat mehrere „Zimmer“ auf unterschiedlichen Ebenen. Zahlreiche Ausgänge an die Oberfläche sorgen für eine gute Durchlüftung. Der Dachs polstert seine Wohnräume mit trockenem Laub, Gras, Moos und Farn gemütlich aus. Er wechselt seine Schlafplätze regelmäßig, um Ungezieferbefall zu vermeiden.

Für besondere Behaglichkeit im Bau sorgt die Bio-Heizung. Die funktioniert so: Feuchtes Laub und Erde wird in eine Kammer gebracht. Die in der Erde vorhandenen Bakterien werden aktiv und beginnen damit, das Laub aufzuarbeiten. Die dabei entstehende Wärme wird durch das Gangsystem im ganzen Bau verteilt.

Der Dachs ist ein besonders ordentlicher Waldbewohner. Seine Essensreste lässt er nicht im Wohnraum vergammeln und auch die Toiletten befinden sich außerhalb des Baus. Dafür gräbt er extra kleine Erdlöcher zwischen den Eingängen. Jedes Frühjahr macht er Großputz und tauscht die Laubpolster aus. Schließlich soll der Dachsbau auch noch für die kommenden Generationen ein perfektes Zuhause sein.

„Meister Grimmbart“, wie der Dachs in der Fabelsprache heißt, wird meist erst in der Dämmerung aktiv. Den Tag verbringt er in seinem Bau. 
Foto: pixabay

Dachsbauten können bis zu 30 m Durchmesser erreichen und werden oft jahrzehntelang genutzt.
Foto: Gernot Waiss

Einen Dachsbau erkennt man an der typischen Rutschrinne: Die Vertiefung entsteht dadurch, dass der Dachs seine Behausung im Rückwärtsgang reinigt, indem er altes Laub und Erde zwischen den Hinterbeinen durchwirft und dabei etwas tiefer scharrt als unbedingt nötig wäre.
Foto: Gernot Waiss

Anscheinend ist es im Dachsbau so gemütlich, dass sich auch öfters Füchse darin einnisten. In ihrer Wald-WG leben Dachs und Fuchs friedlich zusammen. 
Foto: Öbf_Thomas Kranabitl

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