Große Abendsegler: Unstete Gäste

Nicht nur die Zugvögel sind inzwischen aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt, auch die Abendsegler (Nyctalus noctula) sieht man wieder. Bereits am frühen Abend sausen die Flugkünstler durch die Luft und fangen Insekten.

Allerdings waren sie nicht wie ihre gefiederten Kollegen in Afrika, sondern haben den Winter bei uns in geeigneten Höhlen gemeinsam verschlafen. Am liebsten nutzen sie Spechthöhlen in großen alten Bäumen, notfalls werden aber auch Rollladenkästen oder Hohlräume unter Brücken angenommen.  

Während die meisten männlichen Tiere den Sommer bei uns verbringen, machen sich viele Weibchen auf den Weg nach Nordosteuropa. Sie können dabei bis zu 1.500 km zurücklegen. In sogenannten „Wochenstuben“ bringen sie ihre Jungen zur Welt. Wie wir Menschen bekommen Fledermäuse normalerweise nur ein Junges oder Zwillinge. Ab August kehren sie mit ihrem Nachwuchs zurück. Nun brauchen sie wieder geeignete Quartiere. Da sie keine Nester bauen, sind sie auf bestehende Strukturen angewiesen. Je nach Witterung wird zwischen verschiedenen Quartieren gewechselt. Ist es heiß, bevorzugen sie kühlere Höhlen im Fels oder in Bäumen als Unterschlupf. Bei kühleren Temperaturen wählen sie eher südseitige Spalten, beispielsweise unter Dachgiebeln. Dabei zeigen sie sich gegenseitig geeignete Plätze, wobei die jüngeren Tiere von der Erfahrung und Ortskenntnis der älteren profitieren. 

Fledermäuse (hier der Große Abendsegler, Nyctalus noctula) orientieren sich mit Hilfe von Ultraschallauten und Echoortung. Sie können jedoch wie andere Säugetiere auch, Laute im für uns Menschen hörbaren Bereich von sich geben. 
Foto: Bernhard Siller, ÖBf

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