Die Haselmaus: Auf und nieder immer wieder!

Jetzt wird auf der Wies’n geschunkelt, gegessen und getrunken. Im Wald herrscht bei der Haselmaus ebenfalls Oktoberfest-Stimmung. Das große Angebot an reifen Nüssen und Früchten ist ideal um sich einen ordentlichen Winterspeck anzufressen. Und das „auf-und-nieder“ hat sie in mehrerlei Hinsicht perfektioniert!

Die Sommermonate verbringt sie nämlich in luftiger Höhe in den Büschen und Bäumen. Nun kommt sie auf den Waldboden und baut sich ein kuscheliges Nest aus Laub und Gras. Dort wird sie die nächsten sieben Monate bleiben. Zu einer Kugel eingerollt und den buschigen Schwanz übers Gesicht gelegt fällt sie in tiefen Winterschlaf.

Während sie schläft, drosselt sie sämtliche Körperfunktionen. Das Herz schlägt nur noch sechs bis dreizehn Mal pro Minute. Dabei passt sie ihre Körpertemperatur der Umgebung an. Sie kann ihre Körpertemperatur, die normalerweise bei ca. 38 Grad liegt, ungewöhnlich weit absenken: Die tiefste bei einer Haselmaus gemessene Körpertemperatur lag bei -0,8 Grad, die Hauttemperatur sogar bei -2 Grad!

Zwischendurch gibt es immer wieder „Aufwärmphasen“, in denen sie ihren Stoffwechsel ankurbelt. Munter wird sie dabei allerdings nicht, im Gegenteil: Sie schläft tief und fest!

Das Citizen Science-Projekt „Blick ins Dickicht“ bietet Haselmausfreunden und -freundinnen die Gelegenheit, einen Beitrag zur Erforschung der Haselmaus im Biosphärenpark Wienerwald zu leisten.

Heuer war ein richtiger „Haselmaussommer“ und die ehrenamtlichen Helfer wurden mit einem Blick in die dunklen Kulleraugen des kleinen Waldkobolds belohnt.

Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) ist ein geschickter Kletterer. Hier turnt sie hoch oben in den Ästen einer Lärche herum.
Foto: Birgit Rotter

Am herbstlichen Waldboden ist sie mit ihrem rötlichen Fell gut getarnt.
Foto: Birgit Rotter

Freiwillige Helfer kontrollieren regelmäßig die Niströhren. 
Foto: Birgit Rotter

Neugier auf beiden Seiten...
Foto: Birgit Rotter

Mit etwas Glück bietet sich beim Öffnen der Niströhre dieser Anblick.
Foto: Birgit Rotter

Hier wohnen gleich zwei Haselmäuse!
Foto: Birgit Rotter

Der buschige Schwanz hat eingebaute Sollbruchstellen und kann der Haselmaus im Notfall das Leben retten.
Foto: Birgit Rotter

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