Naturgenuss im April: Gänseblümchen

„Bellis perennis“, das ausdauernd Schöne, so heißt das Gänseblümchen auf Lateinisch. Es blüht tatsächlich mit beeindruckender Ausdauer, sobald die Erde schneefrei ist. Fast überall. Und ein Gänseblümchen kommt selten allein!

Wir haben uns schon so an den Anblick dieses Blümchens gewöhnt, dass wir es gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Dabei verdient das Gänseblümchen auf jeden Fall unsere Beachtung. Es ist nämlich nicht nur hübsch, sondern auch lecker.

Die nach herbem Feldsalat schmeckenden Blätter passen hervorragend in einen Salat oder auch in einen Kräutertopfen. Ebenso können die jungen Blütenknospen dem Salat beigemengt werden. Diese haben einen nussigen Geschmack. Am besten und am wenigsten bitter schmecken sie, solange sie noch ganz geschlossen sind.

Als heimische Alternative zu den im Mittelmeerraum angebauten Kapern können sie eingelegt werden. Die untenstehenden 3 Rezepte sorgen für ungewöhnliche Abwechslung in der Frühlingsküche. Viel Freude beim Nachkochen!

Jetzt ist die beste Erntezeit für Gänseblümchen (Bellis perennis).
Foto: Gernot Waiss

Auch wenn sie in rauen Mengen vorkommen: Bitte für die Wildbienen welche übrig lassen! Gänseblümchen enthalten zwar nur wenig Pollen und Nektar, aber sie helfen den Wildbienen, Notzeiten zu überstehen, in denen andere Blumen noch nicht oder nicht mehr blühen.
Foto: Gernot Waiss

Rezepte:

GÄNSEBLÜMCHEN-KAPERN

  • 1 Tasse Gänseblümchenknospen 
  • ca. 1 Teelöffel Salz
  • 80 ml Kräuter- oder Apfelessig
  • 1 Teelöffel (süßer) Senf

Die Gänseblümchen mit dem Salz bestreuen und über Nacht stehen lassen. Anschließend den Essig mit Senf aufkochen und über die Blütenknospen gießen. Das Ganze nun ein paar Tage stehen lassen, danach nochmals aufkochen. Bis zum Rand in gut gereinigte Gläser füllen und dicht verschließen. Es können ganz nach eigenem Geschmack verschiedene Kräuter und Gewürze mit eingelegt werden.

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GÄNSEBLÜMCHEN-SUPPE

  • 300 g mehlige Kartoffeln
  • 100 g Petersilienwurzel
  • ½ Stange Lauch
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 3 Handvoll Gänseblümchen
  • Salz, Öl, Galgant, etwas Schlagobers
  • (1 Handvoll Kresse)

Lauch in Öl andünsten, Kartoffeln und Petersilienwurzel klein schneiden, dazugeben, mit Gemüsebrühe aufgießen und dünsten.

2 Handvoll Gänseblümchen in die Suppe geben, pürieren, abschmecken, eventuell mit etwas Schlagobers verfeinern und mit den restlichen Blüten (und Kresse) dekorieren.

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GÄNSEBLÜMCHEN-HUSTENSIRUP

  • 50 Gramm Gänseblümchen und –blätter (ca. 2 Handvoll)
  • 500 ml Wasser
  • 350g – 500g Rohrzucker

Gänseblümchen waschen mit dem kalten Wasser übergießen und den Aufguss über Nacht (ca. 10 – 12 Stunden) zugedeckt ziehen lassen. Am nächsten Tag abseihen (durch ein feines Tuch oder einen Kaffeefilter) und den Sud in einem Topf mit dem Rohrzucker langsam unter ständigem Rühren erhitzen bis sich eine sirupartige Masse bildet (ca. 20 bis 30 Minuten).
In mit kochendem Wasser ausgespülte Flaschen abfüllen. Fertig!

Bei Reizhusten täglich ein bis zwei Teelöffel einnehmen oder als Honigersatz einfach auf ein Butterbrot streichen.

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