Was sich Hänsel und Gretel bei der Waldmaus abgeschaut haben

Wie orientiert man sich im Wald?

Im Märchen „Hänsel und Gretel“ finden die Kinder, die von den Eltern im Wald ausgesetzt wurden, mit Hilfe einer Spur aus kleinen Steinen den Heimweg. Auf die gleiche Art und Weise macht das auch die Waldmaus (Apodemus sylvaticus). Sie benutzt kleine Objekte, wie Blätter oder Zweige, um sich zu orientieren und um im Wald zu navigieren.

Diese Fähigkeit gilt unter den Säugetieren als einzigartig! Die Wegmarkierungen aus kleinen Gegenständen besitzen im Vergleich zu Duftspuren den Vorteil, dass sie von Fressfeinden nicht entdeckt werden. Außerdem sind sie transportabel und können bei Bedarf wo anders platziert werden.

Leider hatten Hänsel und Gretel beim ihrem zweiten Marsch durch den Wald weniger Glück – ihre Spur aus Brotkrumen wurde von den Vögeln aufgepickt und sie fanden erst nach ihrem Abenteuer im Knusperhäuschen den Weg zurück nach Hause. Ob die Waldmaus im Laufe der Evolutionsgeschichte ebenfalls einen Fehlversuch mit essbaren Wegmarken wie Eicheln oder Hagebutten gemacht hat, ist nicht überliefert, aber durchaus wahrscheinlich. Häufchen von Samenschalen werden nämlich verwendet.

 

Die Waldmaus (Apodemus sylvaticus) "beschildert" ihre Umgebung mit kleinen Steinchen oder Ästchen.
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AApodemus_sylvaticus_3.jpg
By Sandy Rae from Scotland, UK (Apodemus sylvaticus (Wood Mouse)) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons from Wikimedia Commons

Essbares taugt nicht als Wegmarkierung!
Foto: Maxpixel

Die zweite Säugetierart (Homo sapiens), die zur Beschilderung imstande ist, neigt dabei gelegentlich zur Übertreibung...
Foto: Martina Keilbach

artikel teilen