Lebensraum See

Natürliche Seeufer mit Schilf- und Flachwasserzonen sowie typischem Baum- und Strauchbewuchs sind besonders sensibel und schutzwürdig. Sie spielen für die tierische und pflanzliche Artenvielfalt am und im Wasser eine entscheidende Rolle.

Schutz der Artenvielfalt im Wasser

Die Bundesforste setzen sich aktiv für die Erhaltung dieser Lebensräume und damit den Fortbestand oftmals bereits gefährdeter Arten ein – etwa durch gezielte Ankäufe sensibler Seenbereiche oder eigene Natur- und Artenschutzprojekte.

Nicht nur zahlreiche Wasserbewohner wie Fische, Schnecken und Muscheln bis hin zu Käfern, Wanzen oder Würmen sind zum Überleben auf natürliche Seeufer und intakte Seenökosysteme angewiesen. Auch nahezu alle Amphibienarten wie Unken, Kröten, Frösche, Feuersalamander, und hunderte Insektenarten – von Eintagsfliegen bis hin zu prachtvollen Libellen – nutzen natürliche Flachwasserzonen zur Fortpflanzung.

Was die Flora betrifft so zählen Schilf, Rohrkolben oder die in vielen Arten vorkommenden Wollgräser, Seggen oder Binsen zum charakteristischen Pflanzengürtel am Seeufer. Dank ihrer Filterfunktion sorgen sie für ökologische Wasserreinigung und bieten zahlreichen Vogelfamilien Nist- und Brutmöglichkeiten. Wegen ihrer Bedeutung für die Gewässerökologie stehen Schilfzonen unter Naturschutz und sollen nicht betreten werden.

Schutz- und Forschungsprojekte

Zahlreiche Gewässer der Bundesforste sind als Naturschutzgebiet – wie der Altausseersee in der Steiermark oder die Gosauseen in Oberösterreich-, als Landschaftsschutz- oder NATURA-2000-Gebiet ausgewiesen. Darüber hinaus initiieren bzw. unterstützen die Bundesforste laufend gewässerökologische Schutzmaßnahmen wie etwa Projekte zur Renaturierung von Seeufern oder zum Schutz des Fischbestandes.

  • Kinderstube für Perlfisch und Seelaube: Am Attersee wurden in den vergangenen Jahren mehrere mit Betonmauern begrenzte Uferabschnitte zurückgebaut und wieder in ihren natürlichen Zustand versetzt. Im nun flach abfallenden Uferbereich mit Kiesgrund finden die Jungfische der gefährdeten Perlfische und Seelauben wieder eine natürliche Kinderstube.
  • Wiederansiedelung Elritze: Am Erlaufsee (NÖ) wird die Elritze, die unter anderem aufgrund der wärmeren Seetemperatur in ihren Beständen stark zurückgegangen ist, gezielt wiederangesiedelt.
  • Initiativen zum Schutz heimischer Krebsarten: Ein weiteres Projekt der Bundesforste im Ausseerland widmet sich dem Arterhalt heimischer Edelkrebse. Mit dem ursprünglich aus Nordamerika stammende Signalkrebs hat auch die gleichzeitig eingeschleppte Krebspest den heimischen Arten stark zugesetzt.

Seen im Klimawandel

Eine besondere Herausforderung auch für Seenökosysteme stellen die Auswirkungen des Klimawandels dar. Eine im Auftrag der Bundesforste erstellte wissenschaftliche Studie zur Entwicklung der Seentemperaturen geht davon aus, dass die Lufttemperatur und somit auch die Wassertemperatur an heimischen Seen bis zum Jahr 2050 um rund zwei Grad steigen wird. Damit erhöht sich der Überlebensdruck auf heimische Arten wie zum Beispiel die bereits seltene Äsche – eine Fischart, die als Lebensraum auf konstant kalte Gewässer angewiesen ist. In einem von der Bundesforsten initiierten Langzeitforschungsprojekt an Millstätter See und Hallstätter See erhebt das Bundesamt für Wasserwirtschaft die Temperaturentwicklung in den verschiedenen Wassertiefen.

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