Das Triale-Institut - Versuchslabor im Wald

04.10.2017 /Einblicke

Das Institut Triale nutzt unsere Wälder als Rückzugsraum für kreatives Schaffen. Rohstoffe aus der Natur werden als uralte Werkstoffe für innovatives Design wiederentdeckt. Auf unkonventionelle Weise wird so fern von Komfortzonen und städtischer Infrastruktur experimentiert.

Der erste Streich des Triale-Instituts "Resin Vessels" sind mit Baumharz überzogene Gefäße. Sie sind im Rahmen des initialen Workshops rund um die abgelegene ÖBf-Thurnau Hütte in Abtenau (Sbg) auf 1.300 Metern Seehöhe, umgeben von Bergwäldern, im Sommer 2017 entstanden. Ein idealer Ort, um abseits der alltäglichen Umgebung die Natur als Inspirationsquelle für kreatives Schaffen zu nutzen.

Die Trinkschalen wurden zunächst aus Naturfaser-Garn gehäkelt. Um das so entstandene Endoskelett flüssigkeitsstabil abzudichten, wurde von den Studierenden Baumharz gesammelt, welches anschließend über einer Feuerstelle erhitzt, und dann kochend, in mehreren Schichten auf die Formen aufgebracht wurde. Das Ergebnis ist eine Serie formstabiler, flüssigkeitsdichter Gefäße. Trotz ihres intensiven Harz-Duftes sind die Becher geschmacksneutral. Eventuelle Beschädigungen durch intensiven Gebrauch können mit Hilfe einer Hitzequelle einfach repariert oder versiegelt werden.

Die Objekte werden bei der Vienna Design Week 2017 in der Gemeinschaftsausstellung #offline im Spazio Pulpo in Wien integriert und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. 

Erhitzen des Baumharzes
Foto: Triale

Erhitzen des Baumharzes
Foto: Triale

Auftragen von kochendem Baumharz auf die gehäkelten Trink-Schalen aus Naturfaser-Garn.
Foto: Triale

Mit kochendem Baumharz überzogene Trink-Schale
Foto: Triale

Fertiges formstabiles und flüssigkeitsdichtes Gefäß aus Naturmaterialien.
Foto: Triale

Fertiges formstabiles und flüssigkeitsdichtes Gefäß aus Naturmaterialien.
Foto: Triale

Über Triale

Triale ist ein gemeinnütziges Institut für Wissenstransfer und Gestaltungsforschung frei nach dem Prinzip von Trial and Error - den Vermittlungs Idealen des handlungsorientierten Lernens. Das Institut wurde im April 2017 von Maik Perfahl (mostlikely.at), Tobias Kestel (kestel.co) und Michael Tatschl (breadedescalope.com) gegründet um einen unabhängigen, experimentellen Diskursraum parallel zu bestehenden Bildungssystemen und wirtschaftsorientierten Strukturen zu eröffnen. Triale bietet Anlass für den Versuch; für Serendipity und für projektorientiertes Lernen. Dabei werden Konventionen von etablierten Lebensräumen und Systemen bewusst hinterfragt bzw. umgangen um eine Neubewertung zulassen zu können. Dementsprechend liegt das Zentrum der Auseinandersetzung im Naturraum, fern von Komfortzonen und städtischer Infrastruktur. In diesem Kontext offeriert Triale eine Serie von Research-Residencies und betreibt ein Summerschool Programm.

Triale wird von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) als Projektpartner unterstützt. Die Naturräume der Bundesforste bieten idealtypische Rückzugsräume für kreatives Schaffen, während Rohstoffe aus der Natur uralte Werkstoffe darstellen, die heute für innovatives Design wieder entdeckt werden. Beide Partner verbindet so auf unkonventionelle Art und Weise die Zusammenführung von Tradition, Handwerk und Moderne als Werkstätte und Versuchslabor unter freiem Himmel.

www.triale.org

artikel teilen auf Facebook teilen auf g+ teilen auf twitter teilen