Hinter den Waldkulissen: Bundesforste laden zur Backstage-Woche in ganz Österreich

30.05.2017 /Presse

40 Spezialführungen in der Woche des Waldes von 10. bis 18. Juni in ganz Österreich – Baumfällen und Holzernte live - 20 Jahre Naturunternehmen der Republik Österreich

Holzernte im Steilgelände, Umzugsservice für Ameisen, wilde Urwälder oder „CSI Natur“: Anlässlich ihres 20-jährigen Jubiläums als Unternehmen laden die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Rahmen der Woche des Waldes - vom 10. bis 18. Juni 2017 - zu einer Backstage-Woche mit Spezialführungen in ganz Österreich. Alle Interessierten können ungewöhnliche Blicke hinter forstliche Kulissen werfen und live dabei sein, wenn es heißt „Baum fällt!“. In 14 Betrieben bieten die Bundesforste rund 40 Spezialführungen und zeigen die gesamte Bandbreite der Waldbewirtschaftung vom Einsatz modernster technischer Geräte über Naturschutzprojekte bis hin zu Wildtierbeobachtungen mittels Wärmebildkameras. „Vor zwanzig Jahren wurden die Bundesforste aus der Bundesverwaltung ausgegliedert und als Unternehmen neu gegründet“, blickt ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager stolz zurück. „Seitdem haben sich die Bundesforste von einer Staatsforstverwaltung zu einem modernen, nachhaltigen Naturunternehmen entwickelt. Dieses kleine Jubiläum wollen wir gemeinsam begehen und laden alle Interessierten ein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu erleben, wie wir die Wälder heute nachhaltig bewirtschaften und wie zeitgemäße Forstwirtschaft auf modernstem Stand der Technik funktioniert.“ Die Führungen richten sich an Kinder, Erwachsene, Jugendliche, Familien und Schulklassen und sind für alle kostenlos. Das gesamte Programm und Anmeldung gibt es unter www.bundesforste.at/backstage.

Niederösterreich: „CSI Natur“ und Umzugsservice für Ameisen

„CSI Natur“ lautet etwa das Motto einer Backstage-Spezialführung im ÖBf-Nationalparkbetrieb Donau-Auen, bei der Wildtieren mit modernster Technik wie Wärmebildkameras oder Peilsendern nachgespürt werden kann. Innovativer Techniken bedient sich auch die Waldameise, sie gilt als Meisterin der „Wohnbauarchitektur“. Manchmal müssen aber auch Ameisen samt Hügel umziehen, nämlich zum Beispiel dann, wenn sie ihr Bauwerk in ungünstiger Lage – wie etwa inmitten einer Forststraße – errichtet haben. Wie dies funktioniert, erklärt ein eigens ausgebildeter Ameisenexperte der Bundesforste im Wald bei Göstling. Weitere Backstage-Führungen in Niederösterreich zeigen die Auswirkungen des Klimawandels auf Fauna und Flora, führen zu Riesen-Douglasienbäumen und blicken hinter die Kulissen des ehemaligen Jagd-Schlosses Eckartsau im Nationalpark Donau-Auen.

Baumernte mit Motorsäge
Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger

Holzernte mit Seilkran
Foto: ÖBf-Archiv/W. Simlinger 

Ameisenhaufen
ÖBf/W. Simlinger

Baumriesen im Lammertaler Urwald
ÖBf/F. Pritz

Oberösterreich: Holzernte extrem, dem Borkenkäfer auf der Spur und Landebahnen für Auerhühner

Kleiner Käfer, große Wirkung – nur weniger Millimeter groß ist der Borkenkäfer und doch Österreichs gefährlichster Waldschädling. Bei einer Spezialführung im Kobernaußer Wald begeben sich Interessierte auf die Spuren dieses Insekts und erfahren, welche Veränderungen in den Wäldern in Zukunft auf uns zukommen. Kerngeschäft der Bundesforste ist heute wie schon vor zwanzig Jahren die Forstwirtschaft, die nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit betrieben wird: Jedes Jahr wird nur so viel entnommen, wie wieder nachwächst. Wie moderne Holzernte heute funktioniert, können alle Interessierten bei Backstage-Führungen hautnah miterleben. Dabei kommen hochmoderne Geräte wie Harvester oder Seilkran zum Einsatz, die die schwere und gefährliche Forstarbeit erleichtern – Spannung garantiert! Im alpinen Gelände spielen Schutzwälder zum Schutz vor Lawinen, Muren, Erosion und Hangrutschungen eine wichtige Rolle. Eine Backstage-Exkursion widmet sich diesem Thema und führt hoch hinauf in einen Bergwald – gute Kondition erforderlich! Weiters zeigen Experten, wie man aus Wasser Energie gewinnt, warum es „Landebahnen“ für Auerhühner braucht und wie aus einem Wald wieder ein Urwald wird.

Salzburg: Von Monsterstürmen und Baumriesen

Vor 15 Jahren fegte Orkan „Uschi“ mit Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h über Bundesforste-Wälder in Salzburg hinweg und hinterließ riesige Mengen Schadholz. Wie diese Wälder heute aussehen und welche Auswirkungen die Folgen des Klimawandels auf heimische Wälder haben, zeigen ÖBf-Spezialführungen im Pinzgau und Lungau auf den Windwurf-Flächen. Weiters im Backstage-Programm: Einblicke in den schönsten Arbeitsplatz der Welt, eine unvergessliche Exkursion zu den Baumriesen im Lammertaler Urwald oder ein Besuch in der Lungauer Moorwelt. Moore zählen zu ganz besonderen, mittlerweile weltweit selten gewordenen Lebensräumen. Bei einer Moorführung erfahren alle Interessierten, wie das Saumoos, ein Hochmoor und Jahrtausende altes Kleinod, von den Bundesforsten sorgsam renaturiert wurde und nun wieder zu neuem Leben erblüht.

Tirol: „Baum fällt!“ - Holzernte im Steilgelände

In den Gebirgstälern Tirols wird die Holzernte trotz modernstem Gerät zu einer besonderen Herausforderung: In extremen Steilhängen müssen Baumstämme oft talauf- oder talabwärts geseilt werden, bevor sie aus dem Wald gebracht werden können. Bei einer Backstage-Führung können Interessierte diese spannungsgeladenen Holzeinsätze live miterleben und dabei sein, wenn Mensch und Maschine im Gelände an ihre physischen Grenzen stoßen. 130 Jahre braucht es im Schnitt, bis aus einem Keimling ein erntereifer Baum wird. Bei der „Zeitreise mit einem Baum“ zeichnen Experten das lange Leben eines Baumes nach – vom Keimling bis zum erntereifen Baum und seiner Nutzung als nachwachsender Rohstoff.

Steiermark: Schwebende Bäume und hochalpine Moore

Die Steiermark zählt zu einem der waldreichsten Bundesländer Österreichs, in dem die Forstwirtschaft eine lange Tradition hat. Bei den Backstage-Spezialführungen erfahren Interessierte mehr über die Holzerntepraktiken einst und jetzt und welche Technologien heutzutage eingesetzt werden, um Wälder schonend zu beernten. In Gebirgstälern und im Steilgelände kommt dabei modernstes Gerät wie Seilkran und Harvester zum Einsatz, das die Forstarbeit in den letzten Jahrzehnten nicht nur einfacher, sondern auch sicherer gemacht hat. Seit Frühling dieses Jahres steht auch der erste Windpark der Bundesforste auf der Pretul in Vollbetrieb. Bei Führungen zeigen Experten wie aus Wind Energie wird und führen weiters durch das unweit gelegene Schwarzriegelmoos, das östlichste Hochmoor Österreichs, das erst kürzlich renaturiert wurde.

Kärnten: Mit dem Schiff in den Wald in Kärnten

Nicht nur Wald, sondern auch zahlreiche Seen wie Wörthersee, Millstätter See oder Ossiacher See betreuen und bewirtschaften die Bundesforste in Kärnten. Auf einer Schifffahrt am Millstätter See erklären Bundesforste-Experten Wissenswertes rund um Wald und Wasser – von der nachhaltigen Bewirtschaftung bis zum Schutz dieser einzigartigen Lebensräume.

20 Jahre von der Staatsforstverwaltung zum Naturunternehmen

„20 Jahre sind forstlich betrachtet zwar ein eher kurzer Zeitraum“, so Freidhager. „Für uns als Unternehmen hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten aber Vieles verändert.“ Neben dem angestammten Kerngeschäft, der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, sind vor allem die Bereiche Immobilien, Dienstleistungen für Dritte und Erneuerbare Energie stetig gewachsen. „Die Bundesforste sind heute ein vielseitiges Naturunternehmen, das einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz und zur Energiewende leistet“, so Freidhager abschließend.


Pressefotos 

 

Programm und Anmeldung unter www.bundesforste.at/backstage

 

Rückfragehinweise:

Österreichische Bundesforste
Andrea Kaltenegger
Unternehmenskommunikation
Pummergasse 10-12, 3002 Purkersdorf
T +43 (0)2231 600-1521
andrea.kaltenegger [AT] bundesforste [.] at
www.bundesforste.at
www.facebook.com/bundesforste

artikel teilen auf Facebook teilen auf g+ teilen auf twitter teilen