Umweltbaustelle und Bergwaldprojekt: Von Moorleichen und wilden Hühnern

09.08.2017 /Einblicke

Aktivurlaub im Ausseerland: Freiwillige pflegten Almen und Hochmoore im Natura 2000-Gebiet "Steirisches Dachsteinplateau" und erhalten so den wertvollen Lebensraum bedrohter Tier- und Pflanzenarten

In Kooperation mit dem Österreichischen Alpenverein führten wir heuer erstmals im Rahmen unseres größten Naturschutzprojektes – das von der EU geförderte LIFE+ Projekt „Ausseerland“ – im Natura 2000-Gebiet „Steirisches Dachsteinplateau“ eine Umweltbaustelle und ein Bergwaldprojekt durch.

Zusammen mit einheimischen Bauern, Forstbediensteten und mehr als 20 Freiwilligen aus dem In- und Ausland und im Alter von 16 bis 62 Jahren wurden die Ärmel hochgekrempelt. Auf der Planeralm in Bad Aussee und am Kamm im Kemetgebirge (Stmk) wurde „geschwendet“, also Almflächen von Latschenkiefern und Grünerlen befreit und so vom vollständigen Zuwachs bewahrt. So bleibt der wertvolle Lebensraum vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten erhalten, die auf freie Almflächen angewiesen sind – so etwa das gefährdete Birkhuhn. 

Schwendaktion am Kamm im Kemetgebirge (Stmk)
Foto: ÖBf/Pirtscher

Schwendaktion am Kamm im Kemetgebirge (Stmk)
Foto: ÖBf/Pirtscher

Die geschwendete Fläche am Kamm im Kemetgebirge - im Hintergrund der Dachstein.
Foto: ÖBf/Pirtscher

Freiwillige HelferInnen helfen beim Entfernen von Latschen und Schwarzerlen auf der zugewachsenen Almfläche.
Foto: ÖBf/Pirtscher

Entfernen der Latschenkiefern auf der Almfläche
Foto: ÖBf/Pirtscher

Wohlverdiente Pause zwischendurch mit traumhaftem Panorama-Ausblick über das Ausseerland.
Foto: ÖBf/Pirtscher

Intensive Nutzung und die Auswirkungen des Klimawandels lassen zahlreiche wertvolle Moor-Ökosysteme im Ausseerland zunehmend austrocknen und zuwachsen. Auch das Ödenseemoor hat damit zu kämpfen. Im Zuge der Pflege wurden kleine Fichten und Faulbäume entfernt, die dem Moor laufend Feuchtigkeit entziehen. So kann der natürliche Wasserhaushalt wiederhergestellt, das Torfwachstum gefördert und der Lebensraum gefährdeter Arten – wie zum Beispiel der des gefährdeten Goldenen Scheckenfalters – erhalten werden. Moore sind nicht nur wertvolle Ökosysteme und Hotspots der Artenvielfalt, sondern spielen auch als CO2-Speicher eine große Rolle.

Größtes Naturraum-Management Projekt der Bundesforste

Das LIFE+ Projekt „Naturwald, Moore und Lebensraumverbund“ der Bundesforste im Ausseerland läuft insgesamt über einen Zeitraum von sechs Jahren – von 2013 bis 2019 und erstreckt sich auf einer Gesamtfläche von rund 24.000 Hektar vom steirischen Dachsteinplateau bis zum Toten Gebirge.

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