Vorhang auf für den neuen Bühnenboden im Theater in der Josefstadt

26.09.2017 /Presse

Schwarzkiefern der Bundesforste lieferten die neuen Bretter, die die Welt bedeuten, für eines der traditionsreichsten Theater Europas

Die Bretter, die die Welt bedeuten: Prominente Verwendung fanden Schwarzkiefern (Pinus nigra), die die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) in ihren Wäldern im Wienerwald südlich von Wien zu Jahresbeginn ernteten und das Holz für den neuen Bühnenboden des renommierten Theaters in der Josefstadt in Wien lieferten. 

Die Neuverlegung des Bühnenbodens auf einer Gesamtfläche von ca. 170 m² inklusive der Herstellung aller notwendigen Einbauten wie Drehscheibenausschnitt, 10 Versenkungsdeckel und 15 Versatzklappen für Licht und Tontechnik, erfolgte im Juli in vier Wochen geschäftiger Bauzeit hinter den Kulissen während der Sommerpause. 

Pünktlich Anfang September startete die „Josefstadt“ mit einer „doppelten“ Uraufführung fulminant in die neue Saison: Mit der Erstaufführung von „Der Engel mit der Posaune“ mit Maria Köstlinger, Michael Dangl und Alma Hasun in den Hauptrollen und der „Feuertaufe“ des neuen Bühnenbodens, der eine im wörtlichen Sinne tragende Rolle am gelungenen Saisonauftakt übernommen hat. 

„Das Holz der Schwarzkiefer wird traditionell gerne für Theaterböden verwendet. Sein besonders hoher Harzanteil verhindert nämlich das unerwünschte Knarren der Holzdielen“, weiß Rudolf Freidhager, Vorstand der Bundesforste, die das Holz für den neuen Bühnenboden in der Josefstadt zur Verfügung stellten.  

„Alleine in dieser Saison stehen 333 Vorstellungen am Spielplan der „Josefstadt“, der Boden wird also sehr belastet und wenn er knarrte, wäre das schrecklich. Das Holz muss viel aushalten, aber dennoch elastisch genug sein für täglich neues Befestigen von Dekorationsteilen mittels Schrauben, Nägeln und sogenannten Bühnenbohrern“, ergänzt Josefstadtdirektor Kammerschauspieler Herbert Föttinger. „Außerdem darf so ein Bühnenboden weder glänzen noch spiegeln und muss den täglichen Auf- und Abbau der Bühnenbild-Dekoration und den Transport schwerer Teile mit Dekorationswägen problemlos schaffen.“

Drehscheibe des Bühnenbodens neu verlegt
Quelle: Kathrin Kemp

ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager, Schauspielerin Alma Hasun und Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger auf dem neuen Bühnenboden im Theater in der Josefstadt
Quelle: ÖBf-Archiv/ C. Fürthner

Neuer Bühnenboden frisch lackiert
Quelle: Kathrin Kemp

ÖBf-Forstfacharbeiter beim Ansetzen des Fällschnitts
Quelle: ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger

Schwarzkiefer-Giganten aus dem Wienerwald 

Das Holz für den neuen Bühnenboden stammt aus der Region – aus dem Wienerwald, dem Bundesforste-Revier-Hinterbrühl bei Wien. Dort hatten sich Förster der Bundesforste bereits letzten Winter auf die Suche nach geeigneten Schwarzkiefern gemacht. „Für den Bühnenboden wurden schließlich 20 stattliche Schwarzkiefern mit einer Höhe von bis zu 30 Metern und einem Durchmesser von mehr als 60 Zentimetern ausgewählt“, erklärt Rudolf Freidhager. „Die Bäume waren regelrechte Giganten und einige Exemplare bis zu 130 Jahre alt.“ Zum idealen Erntezeitpunkt – im Winter - wurden die Bäume noch geerntet. „Gerade in tiefen Lagen gilt der Winter als gute Zeit für die Holzernte. Die Bäume stehen in sogenannter Saftruhe, der gefrorene Boden ist gut befahrbar und im besten Fall schützt eine Schneedecke Jungbäume und Waldboden“, erklärt Rudolf Freidhager. Nach der Ernte wurde die gewaltigen Stämme in ein niederösterreichisches Sägewerk gebracht, wo sie eingeschnitten und zu Brettern verarbeitet wurden. Anschließend kamen die Bretter noch für drei Wochen in die Trockenkammer, bevor sie für den Bühnenboden weiterverarbeitet werden konnten.

 Vielseitige Schwarzkiefer 

„Die Schwarzkiefer ist ein ganz besonderer Baum, der vorwiegend im Osten Österreichs vorkommt. Früher wurde die Schwarzkiefer auch als „Pinus nigra austriaca“ bezeichnet“, führt Freidhager aus. Die größten Schwarzkiefer-Vorkommen sind im südlichen Wienerwald zu finden, wo sie die häufigste Nadelbaumart stellen. In Zeiten des Klimawandels ist die Schwarzkiefer wertvoller Bestandteil artenreicher Wälder. Sie kommt sehr gut mit Trockenheit zurecht und gedeiht auch auf nährstoffarmen Böden prächtig. Das stark harzhaltige Holz gilt zwar in der Verarbeitung als aufwändig, dennoch findet es vielseitige Verwendung: als Bühnen-, Bau- und Konstruktionsholz, Möbelholz sowie als Industrieholz etwa für Plattenwerkstoffe. Das Harz der Schwarzkiefer wird unter anderem für Naturkosmetik oder als Bogenharz für Streichinstrumente eingesetzt. 

Theater in der Josefstadt 

Das 1788 gegründete Theater in der Josefstadt ist heute die älteste durchgehend bespielte Bühne des deutschsprachigen Raums und birgt ein Stück Theatergeschichte, das aus der Tradition und Historie Wiens nicht mehr wegzudenken ist. Mit mehr als 350.000 Besucherinnen und Besuchern und über 700 Vorstellungen pro Spielzeit gilt das Theater in der Josefstadt als eine der erfolgreichsten Bühnen der deutschsprachigen Theaterlandschaft. Größen wie Ferdinand Raimund oder Johann Nestroy spielten bereits auf der Josefstadtbühne, Ludwig van Beethoven dirigierte. In der Ära von Max Reinhardt erhielt das Theater seine heutige architektonische Gestalt. Heute arbeitet unter Direktor Herbert Föttinger ein dem Gegenwartstheater verpflichtetes Team an Ur- und Erstaufführungen und zeitgenössischen Interpretationen.

Naturunternehmen Österreichische Bundesforste 

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) betreuen und bewirtschaften jeden zehnten Quadratmeter Natur in Österreich und rund 15 Prozent des heimischen Waldes. Leitprinzip ist die Nachhaltigkeit: Der Natur wird nicht mehr entnommen als wieder nachwächst. Neben dem Kerngeschäft Forstwirtschaft, den Geschäftsbereichen Immobilien und Dienstleistungen engagieren sich die Bundesforste im Bereich Erneuerbare Energie für Kleinwasserkraft, Windkraft, Photovoltaik und Biomasse und leisten damit einen aktiven Beitrag zur Energiewende.


Pressefotos

 

Rückfragehinweise:

Österreichische Bundesforste
Mag. Pia Buchner, Presse
Pummergasse 10-12, 3002 Purkersdorf
T +43 (0)2231 600-1521
pia.buchner@bundesforste.at
www.facebook.com/bundesforste

Theater in der Josefstadt & Kammerspiele der Josefstadt
Sabine Haberl, MA MAS, Presse
Josefstädter Straße 26, 1080 Wien
T +43 (0)1 42700-391
s.haberl [AT] josefstadt [.] org
www.josefstadt.org

artikel teilen auf Facebook teilen auf g+ teilen auf twitter teilen