Naturschutz

Projekte und Kooperationen

Wiederansiedelung des Habichtskauz

Als ehemals größte Eule unserer Wälder verschwand der Habichtskauz Mitte des 20. Jahrhunderts aus Österreich.

Grund dafür war einerseits sein ungewöhnlich zutrauliches Verhalten gegenüber uns Menschen, andererseits schrumpften gerade in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts die Lebensräume dieses Urwaldbewohners. Durch schonenden Umgang mit dem Wald und die Ausweisung von Schutzgebieten verbesserten sich die Lebensbedingungen in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend. Das Projekt soll dem in Österreich ausgestorbenen Habichtskauz die Chance geben, sich hierzulande wieder anzusiedeln.

Seit 2009 bemühen sich die drei Projektträger, das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie (FIWI) der Vetmeduni Vienna, das Land Niederösterreich und die Österreichischen Bundesforste, die Wiederansiedlung dieser seltenen Waldeule in Österreich durch Zucht und Freilassung junger Habichtskäuze zu unterstützen. Die beiden Freilassungsstandorte Wildnisgebiet Dürrenstein und Biosphärenpark Wienerwald wurden bewusst ausgewählt: Sie könnten eine wichtige Brücke zwischen den verbliebenen Habichtskauz-Populationen in Slowenien und der Slowakei sein – sowie zu der ebenfalls wiederangesiedelten Population im Bayrischen Wald. Am Ende des Projekts sollen all diese Populationen untereinander verbunden sein – und so flächen- und länderübergreifend ineinandergreifen.

Die Österreichischen Bundesforste stellten für das Wiederansiedlungsprojekt einerseits die Fläche und einen finanziellen Beitrag zur Verfügung. Des weiteren leisten MitarbeiterInnen der Bundesforste einen wesentlichen Beitrag zu den unterschiedlichen Arbeitspaketen: Volierenbau, Fütterung der Jungvögel, Besendern der Tiere, Monitoring. Seit 2013 übernimmt der Forstbetrieb Wienerwald im Auftrag des Biosphärenparks Wienerwald die Hauptverantwortung für die Projektzusammenarbeit.

Die Österreichische Zoo Organisation (OZO) und der Verein Eulen und Greifvogelschutz sowie private Halter aus mehreren europäischen Ländern züchten die Habichtskäuze und stellen sie kostenlos für die Freilassung zur Verfügung. Forstamt und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA49) unterstützen das Projekt tatkräftig durch die Anfertigung zahlreicher Nisthilfen. Die beiden Schutzgebiets-Verwaltungen im Biosphärenpark Wienerwald und im Wildnisgebiet Dürrenstein tragen substantiell zur Abwicklung des Projekts vor Ort bei.

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