Forstbetrieb Inneres Salzkammergut

Verantwortung für eine Welterberegion

Vielfältige Wälder

Die Hauptbaumart der Region ist die Fichte, gefolgt von der Buche. Daneben gibt es einen relativ hohen Tannenanteil und im Naturschutzgebiet Dachstein-Ost einen namhaften Zirbenbestand. Um die Wälder des Inneren Salzkammerguts klimafitter und widerstandsfähiger gegenüber Schadereignissen zu machen, arbeitet der Forstbetrieb intensiv daran, einen arten- und strukturreichen Wald der Zukunft aufzubauen. Abhängig von den jeweiligen Standortverhältnissen spielen dabei Mischbaumarten wie Lärche, Tanne, Ahorn und Buche eine immer wichtiger Rolle. In bestimmten Waldgebieten wird auch die Vogelbeere bewusst gefördert.

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Zirbenwald in Tirol (c) ÖBf-Archiv/F. Pritz
Forstfacharbeiter (c) Bazzoka Creative

Nachhaltige Waldbewirtschaftung

Die Waldfläche des Forstbetriebs Inneres Salzkammergut beträgt insgesamt rund 55.500 Hektar. Der Anteil der Schutzwaldfläche erreicht mit knapp 20.000 Hektar – nach den beiden Tiroler Forstbetrieben – den dritthöchsten Wert innerhalb der ÖBf. Am Bannwald über Hallstatt ist die Schutzfunktion des Waldes für menschlichen Siedlungsraum besonders augenfällig. Die Waldbewirtschaftung erfolgt schonend und naturnah. Die natürliche Verjüngung durch die Samen des Altbestandes spielt dabei eine wichtige Rolle. Die durchschnittliche Holzerntemenge beträgt pro Jahr rund 105.000 Erntefestmeter, wovon aufgrund der historischen Entwicklung des Salzkammerguts etwa 40% durch Servitutsberechtigte genutzt werden. Demnach entfallen rund 60.000 Erntefestmeter auf eigene Nutzungen. Hiervon sind 70% Rundholz, die übrigen 30% werden an die Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie geliefert oder zur Erzeugung von thermischer Energie verwendet.

mehr Infos zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung der Bundesforste

Naturwald und Hochmoore im Ausseerland

Die größten Schutzflächen befinden sich in den Naturschutzgebieten Totes Gebirge West, im Dachsteinplateau in der Steiermark sowie am Dachstein in Oberösterreich. Als besonders wertvoll und sensibel gilt das Ökosystem der Hochmoore in der Region. Auf den Flächen des Forstbetriebs wurde außerdem das größte Naturraum-Management-Projekt der Bundesforste, das LIFE+ Projekt „Naturwald, Moore und Lebensraumverbund“ im Ausseerland, durchgeführt. Auf einer Gesamtfläche von rund 24.000 Hektar vom steirischen Dachsteinplateau bis zum Toten Gebirge wurden Managementpläne ausgearbeitet, die Lebensräume und Arten erhalten oder verbessern sollen. Zu den Maßnahmen zählten Moorrenaturierungen, das Einbringen von Mischbaumarten, die Förderung von Totholz, sowie Lebensraumvernetzung für Amphibien genauso wie für Auer- und Birkwild. Bedeutende Moorbiotope auf Flächen des Forstbetriebs sind beispielsweise der Ödensee bei Bad Mitterndorf oder das Löckermoos in Gosau.

 

Löckermoos in Gosau (c) ÖBf-Archiv/S. Gamsjäger
Seelaube (c) ÖBf-Archiv/blattfisch

Vielfältige Tier- und Pflanzenwelt

Zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten leben auf den Flächen des Forstbetriebs, darunter Vogelarten wie der Weißrückenspecht oder der Zwergschnäpper. Auf den Moorflächen ist der Sonnentau beheimatet. Auch die Wasserwelt ist vielfältig: So ist etwa im Ausseerland der aufgrund der Krebspest selten gewordene Steinkrebs weit verbreitet. Eine sehr seltene Fischart, die nur noch in wenigen heimischen Gewässern zu finden ist - so etwa in Toplitz und Grundlsee - ist die Seelaube. Ihr jährlicher Laichzug im Juni, bestehend aus tausenden Fischen, ist ein besonderes Naturschauspiel. Um mehr über die Art zu erfahren, werden die Fische jährlich von den Gewässerökologen der Bundesforste gezählt und so die Entwicklung der Population laufend beobachtet.

 

Wasserschätze und Seenvielfalt

Die Karststöcke des Dachsteins und des Toten Gebirges bergen wertvolle Trinkwasservorkommen. In den Verantwortungsbereich des Forstbetriebs fallen außerdem mehrere Seen: Unter anderem Hallstättersee, Grundl- und Toplitzsee, an denen die Bundesforste eine eigene Wildfang-Seefischerei mit Berufsfischern  betreiben. Gefischt wird im Rhythmus der Natur – nur während der Saison von Juni bis Oktober, so wie es seit Jahrhunderten Tradition ist, mit Netzen und teilweise traditionellen Holzplätten. Auch der Vordere Gosausee befindet sich im Besitz der Bundesforste.

 

Fischer auf dem Hallstätter See (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger
ÖBf-Immobilie in Bad Aussee (c) ÖBf-Archiv/C. Panzer

Geschäftsbereich Immobilien

Auf Grund der hohen Attraktivität als Wohnstandort und der touristischen Beliebtheit des Inneren Salzkammerguts ist die nachhaltige Nutzung und Entwicklung von Immobilien ein wesentliches Geschäftsfeld des Forstbetriebs. Die Palette reicht von der Vermietung und Verpachtung von Immobilien über Abbau- und Deponieflächen bis hin zur Vergabe von Baurechtsflächen, die stetig weiterentwickelt werden. Auch zahlreiche historische Immobilien zählen zum Portfolio, darunter beispielsweise die Villa Dietrichstein in Bad Ischl oder das Alte Forsthaus in Grundlsee.

Nachhaltige Energiegewinnung mit Wasserkraft

Als Natur- und Nachhaltigkeitsunternehmen unterstützen die Österreichischen Bundesforste Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen wie Wind, Wasser oder Sonne. Auf den Flächen des Forstbetriebs Inneres Salzkammergut wurden in den vergangenen Jahren zwei Kleinwasserkraftwerke errichtet, an der Kainischtraun bei Bad Aussee und in Hallstatt. Die Anlagen wurde nach strengsten ökologischen Kriterien erbaut und durch umfangreiche naturschutzfachliche Maßnahmen, etwa Fischaufstiegshilfen und Flussrenaturierungen begleitet. Die beiden Kleinwasserkraftwerke versorgen gemeinsam rund 7.300 Haushalte und sparen jährlich 34.800 Tonnen CO2-Emissionen, die in unsere Atmosphäre gelangen, ein. Seit 2018 ist zusätzlich noch ein Trinkwasserkraftwerk in Hallstatt in Betrieb. 

ÖBf-Kleinwasserkraftwerk Kainischtraun (c) ÖBf-Archiv/W. Simlinger

 

 

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