Projekte und Dienstleistungen

Schutz und Erhalt heimischer Krebse

In Österreich gibt es vier heimische Flusskrebsarten: 

  • Dohlenkrebs (Austropotamobius pallipes)
  • Edelkrebs (Astacus astacus)
  • Steinkrebs (Austropotamobius torrentium)
  • Galizischer Sumpfkrebs (Astacus leptodactylus)

Biologie der Krebse

In ihrem Körperbau sind Flusskrebse den Insekten sehr ähnlich, jedoch verfügen sie über fünf Beinpaare. Die ersten drei sind als Scheren ausgebildet, wobei nur eines dieser Scherenpaare markant erkennbar ist. Mit den letzten zwei Beinpaaren bewegen sie sich durch Schreiten fort. Um schneller zu sein, katapultieren sich Flusskrebse durch mehrfaches Schlagen mit dem Schwanzfächer nach hinten.

Die Krebse besitzen eine harte äußere Schale, welche als Ektoskelett und Panzer dient. Der größte Teil des Panzers überdeckt Kopf und Rücken. Der harte Panzer wächst nicht mit, weshalb sich Krebse periodisch häuten müssen. Dieser Vorgang ist für den Krebs sehr gefährlich, da er außerhalb seines Verstecks abläuft und die neue Schale erst erhärten muss, bevor sie vor Feinden schützt. Die Komplexaugen sitzen auf Stielen und ermöglichen die Sicht nach allen Seiten. Geruchs- und Geschmackssinn befinden sich in den langen Antennen und um die Mundwerkzeuge. Flusskrebse sind nachtaktiv und Allesfresser. Als Nahrung dienen ihnen sowohl Tier- als auch Pflanzenreste. So tragen sie als „Gesundheitspolizei“ zur Hygiene in den Gewässern bei.

Krebspest

Vor 150 Jahren kamen heimische Krebse in unseren Gewässern so häufig vor, dass sie als "Arme-Leute-Essen" galten. Zur Erhöhung der Krebsbestände wurde Ende des 19. Jahrhunderts der Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus) aus Nordamerika in heimische Gewässer eingebracht. Binnen kürzester Zeit reduzierten sich die heimischen Krebsbestände um 80 Prozent; es kam zu einem Zusammenbruch der heimischen Krebspopulation. Dass die Ursache dafür die vom Signalkrebs übertragene Krebspest war, wurde damals nicht erkannt. Daher versuchte man um 1960, durch erneutes Ausbringen dieser größeren und produktiveren Krebsart die heimische Krebswirtschaft wiederzubeleben. Heute weiß man, dass mit dem Signalkrebs auch die Krebspest eingeschleppt wurde. Fast alle amerikanischen Krebsarten sind mit einem Fadenpilz infiziert und übertragen ihn als Wirte in alle Gewässer.

Der Pilz bildet Sporen aus, die über viele Jahre überleben können. Kommen unsere heimischen Krebsarten mit ihnen in Kontakt, greift der Pilz zuerst die Gelenke der Tiere an. Die Krebse können sich dann nicht mehr richtig bewegen. Sie ändern ihr Verhalten und kommen bei Tag aus ihren Wohnhöhlen. Sie sterben schließlich an den Folgen der Erkrankung oder werden zur leichten Beute anderer Tiere. Ein großes Problem besteht darin, dass die Krebspest nicht nur über Signalkrebse sondern auch über Boote, Taucher- und Angelausrüstung oder verschiedene Wasserlebewesen übertragen werden kann. Es dauert einige Jahre, bis ein mit Krebspest infiziertes Gewässer für heimische Krebsarten wieder gefahrlos besiedelbar wird. 

Krebsfang

Krebse fallen in Österreich ebenso wie die Fische zum Fischereirecht und können daher bei entsprechender Genehmigung auch von Fischerinnen und Fischern entsprechend der fischereigesetzlichen Regelungen entnommen werden. 

Obwohl Krebse mit der Krebspest infiziert sind, kann man sie bedenkenlos essen, weil der Pilz für den Menschen keinerlei Gefährdungspotenzial birgt. Außerdem werden die Krebse vor dem Verzehr gekocht und der Pilz durch die hohen Temperaturen getötet. Schalen und Essensreste können kompostiert oder über Bio- bzw. Restmülltonne entsorgt werden.

Projekte zum Schutz

Im LIFE+ Projekt Ausseerland konnten wichtige Erfahrungen in der Wiederansiedlung von Steinkrebsen gesammelt werden und innovative Ideen zur Lebensraumvernetzung und Verbesserung erarbeitet werden. 
Weiter unten bei Links finden Sie weiterführende Informationen zu Projektmaßnahmen und auch einen Bestimmungsschlüssel zum Erkennen der verschiedenen Krebsarten.

 

Wenn Sie in ihrem Gewässer heimische Krebse vorfinden, beraten wir Sie auch gerne über die Möglichkeiten zum weiteren Schutz und Erhalt dieser mittlerweile selten gewordenen Tiere. 

 

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