Förderprojekte

Forststraßen als Lebensraum

Im Rahmen des bundesweiten LE-Projekts „Forststraßen als Lebensraum“, das mit Unterstützung der Europäischen Union, des Bundes und der Länder von 2017 bis 2019 umgesetzt wird, werden die Forststraßen als Lebensraum sowie ihre Böschungen in den Fokus gerückt. Diese Kleinhabitate bieten besondere Strukturen für verschiedene Gruppen wie Insekten, Pflanzen, Amphibien und Reptilien.

Ziel ist es diesen Sonderstandort und die dort vorhandene Biodiversität näher zu betrachten sowie dieses Themenfeld erstmalig wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert aufzubereiten. Der auf diesem Weg entstehende Best-Practice-Handlungsleitfaden, basierend auf den Ergebnissen der Erhebungen, soll die bestmögliche Entfaltung von Standortspotentialen sowie die Minimierung von ökologischen Risiken an Forststraßen bei Planung, Bau und pflegerischer Gestaltung aufzeigen. Weiters wird die Grundlage für ein langfristiges Monitoring geschaffen und die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.

Die Durchführung dieses Projekts erfolgt durch die Österreichische Bundesforste AG und die Erhebung der wissenschaftlichen Biodiversitätsdaten erfolgt in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern grünes handwerk - büro für angewandte ökologie und dem Ökoteam - Institut für Tierökologie und Naturraumplanung.

 

Im Frühjahr 2017 hat die Auswahl von 126 Beispielstrecken á 100 m Länge verteilt auf insgesamt sechs Bundesländer stattgefunden. Die Strecken wurden zunächst per Fernerkundung so ausgewählt, dass jede Strecke für sich möglichst homogen hinsichtlich der begleitenden Waldbestände ist und eine weitgehend einheitliche Hauptexposition aufweist. Gemeinsam sollen die Strecken das in den Gebieten vorhandene Spektrum verschiedener Waldaltersklassen, Wuchsgebiete, Höhenamplituden und eventuell vorhandene Sondersituationen, wie zum Beispiel Grabenlagen oder felsige Abschnitte, repräsentativ abbilden. Diese Beispielstrecken bilden die Basis für unsere umfangreichen Erhebungen von Struktur- und Biodiversitätsparametern. Für diese wurden die Beispielstrecken in verschiedene Teilbereiche untergliedert, so teilt sich eine Strecke in die Bereiche Fahrbahn, untere und obere Böschung, sowie in das von der Forststraße unbeeinflusste hangseitige und talseitige Umland auf.

Die Strukturkartierung und ein Großteil der Erhebungen von zoologischen und botanischen Biodiversitätsdaten hat von Sommer bis Herbst 2017 bereits stattgefunden und wird, wie geplant, im Winter mit der Aufnahme von Auerhuhn und Schalenwild fortgesetzt. Im Frühjahr 2018 werden die Erhebungen dann mit der Aufnahme der Frühjahrspflanzen abgeschlossen.

Die Erhebungen zu Tagfaltern, Libellen, Schnecken, Heuschrecken, Weberknechten, Amphibien & Reptilien, Auerhuhn, Schalenwild, Biotoptypen, gefährdete & geschützte Pflanzen sowie zu invasiven Neophyten werden je nach Gruppe mit der passenden Methodik durchgeführt. Zum Beispiel werden die Weberknechte und Schnecken durch zeitstandardisierte Besammlung an wertgebenden Strukturen der Böschungen und im Umland erhoben; ergänzt werden diese Aufnahmen durch den Einsatz eines Bodensiebs. Heuschrecken und Tagfalter werden hingegen an Transekten gezählt.

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