Wienerwald

Biosphärenpark Wienerwald

Projekte - Brutvogel-Monitoring

Sanierung und Renaturierung von Gewässern im Wienerwald

Für Wasserlebewesen sind Verbauungen oft unüberwindliche Hindernisse

Im Projekt „Ökomorphologische Gewässerkartierung“  wurden diese Hindernisse erfasst. Nun wurden die ersten beseitigt.

Unter dem Titel „Ökomorphologische Gewässerkartierung“ fanden im Zeitraum 2015 bis 2019 umfassende Erhebungen an den Fließgewässern im Biosphärenpark Wienerwald statt. Im Rahmen dieses Projekts wurden mehr als 1.700 km Fließstrecke entlang von größeren und kleineren Wienerwaldbächen sowie entlang von Flussläufen begangen. Dabei wurden Gewässerstrukturen wie Sand- und Kiesbänke, Totholzansammlungen, Querbauwerke, Ufer- und Sohlenbefestigungen digital erfasst.

Neben diesen gewässerbeschreibenden Merkmalen wurden auch die schützenswerte Begleitvegetation und das Neophytenaufkommen dokumentiert. Die gesammelten Daten liefern somit ein umfassendes Bild des ökologischen Zustands der Fließgewässer im Biosphärenpark Wienerwald. Basierend auf diesen Ergebnissen können nun gezielte Managementmaßnahmen zur Verbesserung dieser wertvollen Lebensräume gesetzt werden. Die Maßnahmen beziehen sich vor allem auf die Herstellung der Durchgängigkeit von Gewässern, damit Wasserlebewesen diese durchwandern können.

"Bahn frei!" für Bachflohkrebs und Co.

Dass die Umsetzung solcher Maßnahmen oft mit sehr überschaubaren finanziellen Mitteln möglich ist, konnte 2020 wieder bewiesen werden. Durch vorausschauende Planung und die Nutzung von bereits zur Straßensanierung vor Ort befindlicher Bagger konnten im Laufe des Jahres in fünf Forstrevieren des Forstbetriebs Wienerwald gewässerverbessernde Maßnahmen kostengünstig gesetzt werden. So wurden etwa hohe, künstliche Abstürze und alte, nicht mehr funktionsfähige Verrohrungen entfernt sowie verklauste Wildholzrechen freigeräumt. Durch das Einbringen von kleineren und größeren Steinblöcken wurden erhöhte Verrohrungen mit der Sohle verbunden und dadurch eine barrierefreie Wanderung für kleine Organismen entlang der Bachläufe ermöglicht.

Sämtliche Maßnahmen wurden im Rahmen des Managementvertrags des Forstbetriebs Wienerwald mit dem Land NÖ und in enger Kooperation mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management abgewickelt.

Ansprechpartnerin: Martina Keilbach

Rohrmündung, aus der das Wasser mind. 30cm tief abstürzt
Vorher: Der hohe Absturz an der Rohrmündung stellt für wandernde Kleinlebewesen ein unüberwindliches Hindernis dar. // Foto: A. Wieshaider
Wasser fließt ohne Absturz aus einem Rohr
Nachher: Das Niveau der Bachsohle wurde mit Steinen an die Rohrmündung angeglichen. // Foto: R. Braunegger

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