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BP Wienerwald

Fledermäuse im Wienerwald - Das Große Mausohr

Mit einem Normalgewicht von 20-27 g und einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm ist das Große Mausohr (Myotis myotis) die größte und schwerste Fledermausart Österreichs. Wobei „schwer“ relativ ist… Zum Vergleich: Ein Star misst von Flügelspitze zu Flügelspitze ebenfalls 40 cm, wiegt aber mindestens dreimal so viel.

„Zu Fuß“ auf Käferjagd

Während sich kleinere Fledermausarten mit kleinen Insekten wie z.B. Gelsen begnügen, frisst das Große Mausohr besonders gerne große Laufkäfer. Diese sind – wie ihr Name schon sagt – meist zu Fuß unterwegs. Folglich braucht man eine spezielle Jagdmethode, um sie zu erwischen: Die Fledermaus lauscht mit ihren recht großen Ohren im langsamen Flug nach verdächtigen Raschelgeräuschen in der Streuschicht. Hat sie einen Käfer entdeckt, landet sie in seiner Nähe und krabbelt, ganz nach Fledermausart auf ihre Daumen abgestützt, zu ihrer Beute. Ein kräftiges Gebiss mit 38 spitzkantigen Zähnen und eine starke Kaumuskulatur knacken den harten Käferpanzer mühelos auf. Da viel Bodenvegetation bei dieser Jagdstrategie hinderlich wäre, sind Laub- und Mischwälder mit frei zugänglichem Boden besonders begehrte Jagdgebiete.

Wohnungsnot betrifft auch Große Mausohren

Zur idealen Lebensraumausstattung gehören für die Großen Mausohren jedoch auch geeignete Gebäude, in denen sie ihre Quartiere beziehen. Vor allem die Wochenstuben, also der Ort, an dem die Weibchen ihre Jungen zur Welt bringen, findet man nahezu ausschließlich in großen ruhigen Dachstühlen. Dabei sind die Tiere sehr traditionell. Gute und geeignete Quartiere sind schwer zu finden, daher werden dieselben Dachstühle oft über viele Generationen hinweg genutzt. So ist es nicht verwunderlich, dass man in Wochenstuben oft hunderte Weibchen gleichzeitig antreffen kann. Immer wieder dieselben Weibchen finden sich dort ab März bis Anfang Mai ein. Relativ synchron werden etwa im Juni die Kleinen auf die Welt gebracht – pro Weibchen ein Jungtier. Diese sind erst Ende August flügge und starten in ein unabhängiges Leben, das bis zu 25 Jahren dauern kann. Auch die adulten Weibchen verlassen dann die Wochenstuben wieder.

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