Naturschutz

Projekte und Kooperationen

ÖBf aktiv für Wildbienen

Wildbienen sind keine geflüchteten Honigbienen, sondern deren wildlebende Verwandte.

Die meisten von ihnen leben einzelgängerisch und bilden keine Staaten. Aber auch sie sind eng an Blüten gebunden, saugen dort Nektar und sammeln Pollen zur Aufzucht ihrer Brut. Die fast 700 heimischen Wildbienenarten tun das auf ganz unterschiedlich Weise und nutzen daher ein im Vergleich zur Honigbiene viel breiteres Blütenspektrum. Dadurch sind sie als Bestäuber von immenser Bedeutung für unser Ökosystem. Die kleinsten Wildbienen sind nur wenige Millimeter groß, während die größten heimischen Wildbienen, die Holzbienen, bis zu 3 Zentimeter groß werden können. Sie zählen damit zu den größten heimischen Insekten.

Viele Arten benötigen als Nistplatz tote Äste an alten Bäumen, abgestorbene, stehende und auch umgefallen Bäume oder Teile davon (z.B.: Baumstümpfe) sowie dürre markhaltige Staudenstängel. Andere wiederum sind auf offene Bodenstellen und vegetationsarme Böschungen angewiesen, um ausreichend Platz für Höhlen- und Nestbau zu haben. Holzbienen (Xylocopa) verwenden zum Teil alte Käfergänge oder nagen sich selbst Systeme in Stämme, um ihre Larven darin aufzuziehen. 50 % der Wildbienen nisten im Boden, 25 % legen dafür Röhrensysteme an.

Im Rahmen des Projektes „Aktiv für Wildbienen“ erheben im Jahr 2016 in sieben ÖBf-Forstbetrieben ExpertInnen an ausgewählten Flächen die vorkommenden Wildbienenarten. Auf Basis dieser Ersteinschätzung des Artspektrums werden Pflegemaßnahmen in Abstimmung mit den zuständigen ÖBf-MitarbeiterInnen erarbeitet. Am Projektende liegen einerseits eine aktuelle Kartierung der Wildbienenarten im Projektgebiet sowie ein Pflegekonzept mit praktisch umsetzbaren Maßnahmen vor, das das Bestehen geeigneter Wildbienenhabitate garantiert. Nach der Ausarbeitung von Pflegemaßnahmen werden diese an den begutachteten Flächen durch die ÖBf umgesetzt, um ein Fortbestehen und Förderung der Wildbienenarten zu gewährleisten.

Ausgangspunkt für das Projekt war die Mitwirkung der ÖBf bei der „Mutter Erde“-Aktion von ORF und NGOs  im Jahr 2015.  Das Umweltbundesamt hat dafür im Auftrag der ÖBf eine Studie zur Umweltsituation der Wildbienen im Wald erstellt. Darin wurden Gefährdungen identifiziert und Lösungen vorgeschlagen. 

 

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