Villa am Vorderen Langbathsee

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Stellungnahme zur ServusTV-Dokumentation „Unser Wald – Wer ist sein Feind?“

Wälder durch hohe Wildstände und Wetterextreme gefährdet – Schutz der Wälder und Pflege von Jungwäldern ein Gebot der Stunde

Windwurffläche Uttendorf nach Sturmtief Uschi (2012)
  • Ja, es gibt etliche Kahlflächen, da die Wälder durch eine Reihe von Stürmen in den letzten 20 Jahren enorm gelitten haben.
     
  • Mit Uschi (2002), Kyrill (2007), Paula und Emma (beide 2008), Niklas (2015), Yves und Herwart (beide 2017) oder jüngst Vaia (2018) hatten wir allein in den letzten zwei Jahrzehnten acht große Stürme in Österreich zu verzeichnen.
     
  • Hinzu kamen Folgeschäden durch Trockenheit und Borkenkäfer, die die Wälder zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen haben.
     
  • Aus diesem Grund sind wir schon seit Jahren mit vollem Einsatz dahinter, auf den geschädigten Flächen junge, gesunde Wälder aufzubringen.
     
  • Aufgrund der regional hohen Wildstände gelingt dies aber nicht immer; Jungbäume insbesondere Tannen und Lärchen werden besonders gerne verbissen.
     
  • Bestes Beispiel sind die Wälder im Gasteiner Angertal: Dort haben die Bundesforste die großen Kahlflächen nach dem Jahrhundert-Föhnsturm 2002 (Uschi) mit Lärchen, Fichten und vor allem großem finanziellen Aufwand wieder aufgeforstet. Durch den starken Wildverbiss konnte jedoch nur ein geringer Teil der Jungpflanzen gut nachwachsen. 
     
  • Grund dafür sind die hohen Wildstände hervorgerufen durch übermäßige Fütterung.
     
  • Die Schutzwälder sind in ihrer Wirkung gegen Erosion und Starkregen breits stark beeinträchtigt.
     
  • Mittlerweile hat auch das Landesverwaltungsgericht Salzburg die Wildschäden behördlich festgestellt. Im Erkenntnis heisst es, dass es "auf den Flächen durch massive Wildschäden - vorrangig verursacht durch Rotwild - großflächig zum Ausfall und Absterben von Forstkulturen gekommen ist".  Das Landesverwaltungsgericht Salzburg selbst hat einen Zusammenhang mit der von einem ehemaligen Jagdpächter, Hr. Tscherne, betriebenen Fütterung festgestellt. Weiters hat das Gericht angeordnet, "eine Wildstandsreduktion auf ein für die Wiederbewaldung verträgliches Maß herbeizuführen.".
     
  • Aus diesem Grunde brauchen wir dringend andere Wildstände, die Wälder dürfen nicht noch mehr in Mitleidenschaft gezogen werden.
     
  • Denn mit dem Klimawandel nehmen auch die Wetterextreme zu – Windwürfe und extreme Trockenperioden wie letzten Sommer wechseln mit extremen Niederschlägen ab, wie der heurige Winter mit außerordentlichen Schneemengen gezeigt hat.
     
  • Es ist ein Gebot der Stunde, zu schauen, dass die Kahlflächen wieder rasch zuwachsen. Das gelingt aber nur mit einem dem Lebensraum angepassten, tragbaren Wildstand.
     
  • Wir werden uns daher mit vollen Kräften weiterhin dafür einsetzen, die Wälder zu hegen und zu pflegen, Kahlflächen zu schließen und uns um den Jungwald kümmern!
     
  • Dazu gehört auch ein gesunder Wildstand mit gesunden Wildtieren, die in unseren Wäldern artgerecht und ökologisch leben sollen. Aber alles mit Maß und Ziel: Jedem Wald so viel Wild wie er verträgt!
     
  • Damit die Wälder auch weiterhin uns Menschen schützen und für alle – Mensch, Tiere und Pflanzen ein unersetzlicher Lebens- und Erholungsraum sein können!

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