Das große Krabbeln: Bundesforste übersiedeln Ameisenhaufen ins ZOOM Kindermuseum

18.03.2019 /Presse

Utl.: Neue Waldameisen-Installation für Themenausstellung „ERDE.ERDE“ im ZOOM Kindermuseum – Übersiedelung eines Ameisenhügels aus dem Wienerwald ins Museum

(Wien/Purkersdorf, 18. März 2018) Warum sind Ameisen für Waldböden wichtig? Wie entsteht eine Ameisenstraße und warum ist es in einem Ameisenhügel fast das ganze Jahr über kuschelig warm? „Die neue Waldameisen-Installation ist ein besonderes Highlight im Rahmen der Themenausstellung „ERDE.ERDE“, freut sich Museumsdirektorin Elisabeth Menasse über die ungewöhnliche Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundeforsten (ÖBf) und der Universität Graz. „Wir wollen alle für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Bewohnern sensibilisieren und das beginnt bei den Jüngsten“, zeigt sich Georg Schöppl, Vorstand der Österreichischen Bundesforste von der kreativen Naturvermittlung begeistert. „Für die Installation haben wir einen Ameisenhaufen aus dem Wienerwald übersiedelt und eine ganze Waldameisenkolonie in das ZOOM Kindermuseum gebracht“, erklärt Schöppl die außergewöhnliche forstliche Aufgabe. Dort können in einer abgeschlossenen Station die BesucherInnen das Treiben am Ameisennest oder auch einzelne Tiere bei der Arbeit beobachten. Die Ameisenanlage kann im Rahmen der Ausstellung „ERDE.ERDE“ von März bis September 2019 im ZOOM Kindermuseum in Wien besichtigt werden.

Vom Wienerwald in die Ausstellung: Wie ein Ameisenhaufen ins Museum übersiedelt

Zunächst hielten ein ausgebildeter Ameisenheger der Österreichischen Bundesforste, ein Förster sowie ein Experte der Universität Graz nach einem geeigneten Ameisenbau Ausschau. Fündig wurden sie im Bundesforste-Revier Breitenfurt im Wienerwald: Am Waldrand zwischen zwei Wanderwegen gelegen, befand sich ein mittelgroßer Ameisenhügel, der an einem Eichen-Wurzelstock errichtet war. „Für die Übersiedelung musste der Ameisenbau behutsam abgetragen werden, auch Waldboden und Blätter wurden dem Ameisenbau als Teil des natürlichen Lebensraums beigegeben“, erklärt Georg Schöppl. Wesentlich war, dass beim Beheben des Nestes die Königin nicht verletzt wird und die Neststruktur erhalten bleibt. Die Übersiedelung verlief glücklicherweise erfolgreich: Bereits wenige Stunden nach der Übersiedelung konnten die Tiere ihren „Arbeitsalltag“ wieder aufnehmen und auch die Königin wurde bald gesichtet. Elisabeth Menasse vom ZOOM Kindermusem: „In der Planung der baulichen Ausstellungselemente wurde tunlichst darauf geachtet, eine natürliche Umgebung bereitzustellen. Die Tätigkeiten der ArbeiterInnen – wie Ameisennest, Mistplatz, Baumaterial, Futter - sind in vier belüfteten Schaukästen untergebracht, die miteinander verbunden sind. Durch den natürlichen Lichteinfall auf das Ameisennest ist ein gewöhnlicher Tag- und Nachtrhythmus garantiert.“

Rote Waldameisen (Formica rufa)
Foto: ÖBf-Archiv/Wolfgang Voglhuber

v.l.n.r.: Herbert Kammerhofer, ÖBf-Ameisenheger, Johannes-Paul Fladerer, Experte Uni Graz und ÖBf-Revierleiter Joachim Graf
Foto: ÖBf-Archiv/Wolfgang Voglhuber

Behutsames Abtragen des Ameisenhaufens
Foto: ÖBf-Archiv/Wolfgang Voglhuber

Ameiseninstallation im ZOOM Kindermuseum
Foto: ZOOM

ÖBf-Vorstand Georg Schöppl und Museumsdirektorin Elisabeth Menasse mit der Waldameisen-Installation für "ERDE.ERDE"
Foto: ÖBf-Archiv/Wolfgang Voglhuber

Waldameisen – die unermüdlichen BodenarbeiterInnen

Die Rote Waldameise (Formica rufa) ist die am häufigsten verbreitete Art, die die meisten von uns kennen. Auffällig sind vor allem ihre Ameisennester, die gewaltige Ausmaße annehmen können. Aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung gelten Waldameisen als geschützt. Sie halten den Waldboden gesund, indem sie ihn durchlüften, verbreiten Pflanzensamen und verwerten pflanzliche und tierische Abfälle. Weiters verbessern Waldameisen den Waldboden, indem sie dafür sorgen, dass umgefallene Bäume oder Baumstümpfe schneller verrotten und wieder zu wertvoller Erde werden. Außerdem tragen sie durch den Neu- oder Umbau ihrer Nester dazu bei, dass der Waldboden durchmischt und durchlüftet wird. Pflanzen können dadurch besser wachsen. „Auch wir wissen um die Bedeutung der Ameisen für Wald und Boden. In unseren Wäldern tragen eigens ausgebildete Ameisenheger dafür Sorge, dass Ameisenhügel bei Waldarbeiten nicht beschädigt und bei Bedarf an einen ruhigeren Platz im Wald übersiedelt werden“, unterstreicht Georg Schöppl die Bedeutung der Waldameisen. 

Bis zu 1 Million Waldameisen in einem Ameisenhügel

Waldameisen bauen Hügelnester, wobei sich der größere Teil des Baus unter der Erde befindet. Ameisenhügel können je nach Art ziemlich hoch sein und bestehen aus vielen aufgeschütteten Pflanzenteilen. Ein einziger Ameisenbau wird von durchschnittlich einer Million Ameisen bewohnt, es können aber auch schon mal bis zu sieben Millionen sein. Bis ein Ameisenbau entsteht, kann es bis zu einem Jahr dauern. Ameisen bilden große Lebensgemeinschaften, in denen jedes Tier eine bestimmte Aufgabe übernimmt – Nestbau, Futtersuche, Versorgung des Nachwuchses oder Schutz vor Feinden. Im Zentrum befindet sich die deutlich größere Ameisenkönigin, die Eier legt und immer im Nest bleibt. Sie kann bis zu 25 Jahre alt werden. Als Nahrung dienen etwa Raupen, Würmer und Insekten. Im Ameisenhügel ist es fast das ganze Jahr über kuschelig warm, im Winter hat es oft 10 Grad mehr als die Außentemperatur. Jetzt im Frühling erwachen die Ameisen wieder aus der Winterstarre, wenn die ersten Sonnenstrahlen auf den Waldboden treffen. Ameisen brauchen vor allem Licht und Wärme, weswegen Ameisenhügel bevorzugt an Waldrändern oder an Forststraßen anzutreffen sind. Für WaldbesucherInnen gilt: Ameisenhaufen nicht mutwillig (zer)stören, sondern aus etwas Entfernung das rege Treiben dieser faszinierenden Lebewesen beobachten! 

„ERDE.ERDE“ – Mitmachausstellung zum Thema Boden
Installation „Ameisenkolonie“

in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten
Laufzeit März – September 2019 | Für Kinder von 6 – 12 Jahren
 

Pressefotos
>> VIDEO - Ameisenübersiedelung <<
 

Rückfragehinweis:
Österreichische Bundesforste 
Mag. Pia Buchner, Pressesprecherin
Tel. 02231-600-1520
E-Mail pia.buchner [AT] bundesforste [.] at

ZOOM Kindermuseum
Mag. Dr. Susanne Czeitschner
Tel. 01-522 67 48 - 1820
E-Mail s.czeitschner [AT] kindermuseum [.] at

Übersiedelung eines Ameisenhaufens ins ZOOM Kindermuseum

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