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Hinter den Kulissen in unseren Wäldern

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Naturraummanagement

7. Ausseer Naturraumgespräche „Vielfalt Wald“

Rückblick zur Fachtagung vom 14. und 15. Mai 2019 mit Vorträgen, Diskussion und Exkursionen

Der Wald fasziniert uns Menschen seit Beginn an. Mal gefürchtet, dann wieder romantisiert, so ist er heutzutage Erholungsraum und Schutz. Er kann durchaus viel mehr! Durch die Bewirtschaftung nehmen wir Einfluss auf seine Vielfalt: in der Funktionserfüllung wie auch in seinem Artenreichtum.
Bei den 7. Ausseer Naturraumgesprächen diskutierten und erklärten ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis die unterschiedlichen Zugänge zur Vielfalt des Waldes und gaben Anstöße, wie man diese hinsichtlich gewisser Arten fördern könnte. Über 60 TeilnehmerInnen kamen auf Einladung des LIFE+ Projekts "Ausseerland" der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) am 14. und 15. Mai 2019 zu den letzten Naturraumgesprächen nach Grundlsee.

Gedanken zum Wald
Dr. Alexander Keul von der Universität Salzburg skizzierte die verschiedenen „Gesichter“ des Waldes für uns Menschen. Der Wald als Symbol des Unbewussten, als Freiraum für Kinder und ihre Fantasien; ein Ort für Bewegung und Sport. Auf die Frage, was denn ein „schöner“ Wald sei, gibt es keine klare Antwort. Das hängt oft von der Betrachterebene ab.

Die Herausforderung der Vielfalt
Der Wald erfüllt mehrere Funktionen; oft auf einer Fläche. „Alle wollen und fordern etwas vom Wald“, weiß DI Michael Mitter, Landesforstdirektor von Salzburg. Gerade die Erholung in heimischen Wäldern nimmt zu. Diese ist ein hohes Gut, welches aber mit Bedacht konsumiert werden sollte.

Potpourri im Wald
Die Voraussetzungen ändern sich. Die Klimaerwärmung und Umverteilung von Niederschlägen, aber auch Trends im menschlichen Verhalten schaffen neue Herausforderungen an den Wald. Holzfaser wird für Kleidung verwendet; Holz wird wichtiger Energielieferant in der „grünen“ Energiewende; Holz ersetzt Plastik in vielen Bereichen etc., dadurch wird es andere Wälder (Baumartenzusammensetzungen) geben. So skizzierte Mag. Gerald Pfiffinger vom Umweltdachverband einen Blick in die Zukunft des Waldes.

Regionaler Mehrwert
Im Ausseerland ist der Wert der Natur (Berge, Wälder, Seen) für Touristen bekannt, wie Umfragen ergaben. Durch Projekte wie das LIFE+ „Ausseerland“, wo Maßnahmen zur Naturverbesserung vorgenommen werden, fließt Geld in eine Region. Wie hoch und wie viel, das erklärte DI Lukas Umgeher von Revital.

Anregungen zur Vielfalterhöhung
Der Nachmittag war gewissen Arten und praktischen Hinweisen zu deren Förderung gewidmet. Totholz stehend fördert unter anderem Spechte. Dafür wird es bei der Bewirtschaftung einfach belassen. Das Mitdenken kostet wenig! Liegendes Totholz gerade in feuchten Bereichen beherbergt spezialisierte Moose, Flechten, Käfer und Pilze. Und auch Fichten-Totholz ist wertvoll. Randbereiche sind Übergangszonen mit hoher Energie, welche nicht geradlinig ausgeformt sein sollen. Sie sind artenreiche Lebensräume, Wanderkorridore, haben Pufferfunktion, bieten Schutz gegen Wind und Wasser. Kleinere Offenfläche im Wald, Feuchtstellen und kleine, unbeachtete Gewässer helfen Amphibien und Reptilien. Barrieren in Waldbächen stoppen Krebse und Fische. Hier können Grundbesitzer ansetzen und etwas bewirken. Die Waldbesucher werden kritischer und kennen sich mit der Natur weniger gut aus. Sie haben aber eine Meinung, welche gerne laut kundgetan wird. Um hier Missverständnissen vorzubeugen, braucht es Aufklärung. Dies kann mit Infotafeln, Broschüren oder einem persönlichen Gespräch erfolgen.

Die Frage- und Diskussionsrunden sowie die Pausen wurden zu weiteren Gesprächen genützt. Die Exkursionen am zweiten Tag führten im Revier „Bad Aussee“ zur Pfeiferin, dem Ödensee und der Aulacke sowie im Revier „Altaussee“ zum Sarstein und der Altausseer Seewiese. Dort wurden unter anderem Molche, Totholz und das grüne Koboldsmoos gefunden.

Zur Nachlese: Vortragsunterlagen

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