Fliegender Birkhahn (c) ÖBf-Archiv/Thomas Kranabitl

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BP Wienerwald

"Alien" des Jahres 2021

Nicht nur schützenswerte Tiere und Pflanzen werden alljährlich als „Arten des Jahres“ präsentiert, auch eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten, sogenannte Neozoen bzw. Neophyten, bekommen abwechselnd einen Platz im Rampenlicht. So soll auf deren Gefahrenpotential dieser „Aliens“ für die heimische Artenvielfalt hingewiesen werden. Heuer hat es der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis), auch Harlekin-Marienkäfer genannt, zu dieser zweifelhaften Berühmtheit gebracht.

Ende des 20. Jahrhunderts wurde er wegen seines großen Appetits auf Blattläuse als biologisches Schädlingsbekämpfungsmittel nach Europa gebracht. Während seiner Entwicklung von der Larve zum fertigen Käfer vertilgt der Asiatische Marienkäfer mit rund 1.200 Blattläusen mindestens dreimal so viel wie der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer.

Doch diese Gefräßigkeit macht auch vor anderen Insekten nicht Halt. Werden Blattläuse als Beute rar, so verschmäht er auch Rauben und Puppen von Schmetterlingen und Gallmücken nicht. Auch die Larven anderer Marienkäfer-Arten werden verspeist – und notfalls sogar die der eigenen Art!

Erkennungsmerkmal „W“

Den Zweitnamen „Harlekin-Marienkäfer“ verdankt der Asiatische Marienkäfer seiner Färbung, die an das bunte Flickenkostüm und die schwarze Augenmaske der traditionellen Theaterfigur erinnert. Er kann gelb, orange, rot oder schwarz gefärbt sein. Auch die Anzahl der Punkte auf den Flügeldecken ist variabel. Ein halbwegs verlässliches Erkennungszeichen ist das auffallende schwarzen „W“ auf seinem Halsschild.

Leichter zu erkennen sind die Larven des Asiatischen Marienkäfers: Sie sind meist schwarz und tragen stachelartige Fortsätze, die vom 3. bis zum 7. Körpersegment durchgehend orange gefärbt sind. So sind sie relativ einfach von den blauen, grauen oder gelben Larven anderer Marienkäferarten zu unterscheiden.

Im Wienerwald

Auch im Wienerwald hat sich der Asiatische Marienkäfer ausgebreitet. Überall dort, wo Blattläuse sind, kann man auch Marienkäfer bei der Jagd entdecken. Eine genaue Beobachtung lohnt sich, da die Käfer in einer schier unglaublichen Vielfalt von Farbvarianten auftreten können.

Spezialwissen:

Der Asiatische Marienkäfer bedroht nicht nur die heimische Artenvielfalt, er hat sich auch bei Winzer*innen unbeliebt gemacht. Er nascht nämlich im Herbst, wenn kaum noch Blattläuse zur Verfügung stehen, auch gerne an reifen Weintrauben und frisst sich dabei in diese hinein. So gerät er bei der Ernte in den Wein und kann diesen durch seine übel riechende, bittere – eigentlich zur Abwehr von Fressfeinden gedachte – Körperflüssigkeit verderben.

Fotos, mehr Infos zum Asiatischen Marienkäfer und zu seiner Bedeutung für die medizinische Forschung gibt es hier.

Der „Alien“ des Jahres wurde nominiert vom Naturschutzbund.

 

 

 

Steckbrief

Asiatischer (Harlekin-) Marienkäfer (Harmonia axyridis)

Größe: bis zu 8 mm lang und ca. 5 mm breit
Schutzstatus laut "Roter Liste":

kein Schutzstatus!!! Invasives Neozoon

Verbreitung in Österreich:in allen Bundesländern weit verbreitet
Lebensraum:überall dort zu finden wo es Blattläuse gibt
Lebenserwartung:der adulte Käfer kann bis zu 3 Jahre alt werden

 

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