Fliegender Birkhahn (c) ÖBf-Archiv/Thomas Kranabitl

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Und täglich grüßt die Seelaube: Fisch-Monitoring im Ausseerland

Alljährlich ziehen hunderte Seelauben zwischen Mai und Juni zum Laichen in den Toplitzbach. Dieses Naturspektakel kommt uns gelegen - ist es doch für uns die ideale Möglichkeit den Bestand der Seelauben in Grundl- und Toplitzsee zu zählen. So erfahren wir mehr über die Artenzusammensetzung und Gesamtpopulation der gefährdeten Art und können deren Entwicklung beobachten.

Seelaubenmonitoring 2016; Foto: Lena Buchta

Wenn die Seelauben zum Laichen vom Grundl- und Toplitzsee den Toplitzbach ziehen, tümmeln sich von Mai bis Juni tausende Fische tümmeln sich im sonst so beschaulichen Bach und legen ihre Eier ab. Der ideale Zeitpunkt, um mehr über die gefährdete Art zu erfahren. Bereits im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des LIFE+ Projektes über 5.000 Seelauben gezählt und so wichtige Informationen zu Gesamtpopulation, Geschlechterverhältnisse und Artenzusammensetzungen der Fische im Grundlsee gewonnen. 

Zusätzlich zur Zählung im Vorjahr wurde 2016 außerhalb des LIFE+ Projektes, mit finanzieller Unterstützung des Landes Steiermark, eine weiteres Projekt für die Seelauben initiiert: Neben der Zählung der Individuen wurde auch ein verstärkter Fokus auf die Erhebung der Laichhabitate und auf den Informationsgewinn zum Laichverhalten der Seelauben gelegt. 

Boxenstopp für die Wissenschaft

Ausgerüstet mit wasserdichten Wathosen, Kescher, überdimensionaler Wasserlupe, Küchenwaage und Längenmesser machen sich einige unserer KollegInnen frühmorgens auf zur Zählstation – manchmal sogar mehrmals täglich. Um alle Fische zu erfassen, wird für die Dauer der Zählung eine sogenannte Reuse in den Bachlauf eingebaut: Das ist ein Gitterkasten, in den die Fische auf ihrer Wanderung über einen kleinen Eingang gelangen. Der restliche Bach wird durch mobile Paneele für die Fische unpassierbar versperrt. Es gibt keinen Weg vorbei - alle Fische werden gezählt. 

 

Fisch für Fisch wird mit dem Kescher aus der Reuse entnommen, in einen Wasserbehälter geklaubt, zum Arbeitstisch transportiert und dort händisch gemessen und gewogen. Die freiwilligen ZählerInnen notieren Gewicht, Länge, Geschlecht und Fischart. Die häufigsten Fischarten sind Seelauben, Aitel und eine Kreuzung der beiden - von den KollegInnen vor Ort liebevoll "Saitel" genannt. Nach der Zählung werden die Fische oberhalb der Reuse wieder sanft ins Wasser entlassen und können ihren Hochzeitszug in Ruhe fortsetzen. Während die Eltern nach der Laichablage wieder in die Seen zurückschwimmen, bleiben die Jungfische in den seichten Uferzonen des Toplitzbaches und verbringen dort ihre ersten Lebensmonate.

Die Seelauben-Zählung läuft in etwa ein Monat - von Mai bis Ende Juni - jedenfalls so lange, bis auch die letzte Seelaube ihren Laichzug angetreten ist. Zur Hochsaison haben unsere KollegInnen mehrmals täglich ihre Wathosen angezogen, auch Nachtschichten blieben nicht aus. Doch der Einsatz lohnt sich!

Pilotprojekt mit Unterwasserkamera

Erstmals haben wir  im Rahmen eines Pilotprojektes auch den Einsatz einer Unterwasserkamera getestet: Sie soll langfristig eine berührungslose Zählung der Fische ermöglichen und damit nicht nur die aufwendige, händische Zählung ablösen, sondern auch weitgehend den Stress für die Fische reduzieren.

Die Filmrechte für die Aufnahmen der Unterwasserkamera liegen bei freiwasser - Arbeitsgemeinschaft für Ökologie, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft.

Mehr Unterwasseraufnahmen gibt es auf unserem YouTube-Kanal:
Seelauben-Monitoring Playlist

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