Fliegender Birkhahn (c) ÖBf-Archiv/Thomas Kranabitl

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Warum wir bei Nacht Signalkrebse klauben (VIDEO)

Panzerknacker in Aktion: Ein Versuch die eingeschleppte Krebspest einzudämmen

Im Rahmen des LIFE+ Projekts Ausseerlandes ging es eingeschleppten, amerikanischen Signalkrebsen an den Kragen. Warum? Mit dem Import des Signalkrebses im 19. Jahrhundert wurde die Krebspest in Österreich eingeschleppt, die für heimische Krebsarten tödlich ist. Die Signalkrebse dienen einem Pilz als Wirt, sind aber selber dagegen immun. Ihre rasche Ausbreitung führt zur Verdrängung verschiedener heimischer Krebsarten wie Steinkrebs und Edelkrebs.

Sobald ein infizierter Signalkrebs in ein unberührtes Gewässer eindringt, ist die Population des heimischen Steinkrebses darin verloren. Die Übertragung findet aber bereits durch Kontakt mit Wasser aus infizierten Gewässern statt. So können auch Angler mit ihrer Kleidung und ihren Geräten zur Verbreitung dieser Krankheit beitragen.Je weniger Signalkrebse es gibt, umso geringer die Gefahr, dass sich die Krebspest verbreitet und ganze Populationen heimischer Krebsarten – wie etwa Edel- oder Steinkrebs – auslöscht. Daher werden sie in Gewässern mittels Reusen oder per Hand gefangen. Die Klaubaktion kann den Signalkrebs zwar nicht gänzlich verdrängen, jedoch seine Verbreitung eindämmen.

Und was tun mit der Beute? Verkochen! Der Signalkrebs gilt als Delikatesse – der Pilz ist für Menschen ungefährlich. Ein kleiner positiver Nebeneffekt für alle, die beim Krebse klauben teilgenommen haben.

Kann man einfach selbst Signalkrebse klauben gehen? Nein – das Krebse klauben in Gewässern ist, ähnlich wie beim Fischen, nur mit dem Einverständnis des Grundeigentümers gestattet.

Bericht
// Aufnahmen: Anna-Sophie Pirtscher, ÖBf-Projektleiterin LIFE+
// Aufgezeichnet im Forstrevier Grundlsee
// entstanden in Zusammenarbeit mit cosmos factory

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