Fliegender Birkhahn (c) ÖBf-Archiv/Thomas Kranabitl

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Hinter den Kulissen in unseren Wäldern

Gesundheitstipps aus dem Wald: Natürliche Medizin für die Grippezeit

Während die Natur derzeit noch auf Sparflamme ist, befindet sich die Grippewelle auf ihrem Höhepunkt. Dabei liefern gerade Wald und Wiese die besten Heilmittel bei Fieber, Schnupfen und Co. 

Schon der Volksmund sagt, „gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen“. Der Wald ist hier eine unerschöpfliche Quelle für allerlei Heilmittel und spart dem kundigen Sucher den Weg in die Apotheke. Neben „Klassikern“ wie Lindenblüte und Thymian liefert der Wald auch einige weniger bekannte Heilpflanzen wie Waldmeister oder Geflecktes Lungenkraut. Auch die häufigste Baumart in Österreich, die Fichte, kann bei Erkrankungen helfen. 

Heilende Bäume
Besonders wirksam bei Erkältungskrankheiten ist die Linde (Tilia sp.). Die getrockneten Lindenblüten als Tee aufgegossen wirken schweißtreibend, beruhigend, durst- und krampfstillend sowie leicht abführend. Weniger bekannt ist die Heilwirkung der Fichte. Dabei ist sie ein wahrer Alleskönner. Fast all ihre Bestandteile können gesundheitsfördernd eingesetzt werden: Das getrocknete Harz, im Volksmund „Fichtenpech“ genannt, ist wesentliche Zutat der Fichtenfaulpechsalbe, die wundheilend, wärmend, schmerzstillend, entzündungshemmend wirkt. Die Nadeln fördern, als Badezusatz verwendet, die Durchblutung, und aus den Fichtenwipfeln lässt sich Hustensirup herstellen. 
 

Waldkräuter als Medizin
Thymian ist nicht nur zum Würzen von Speisen geeignet. Er wirkt bei Husten schleimlösend und beruhigend, äußerlich angewendet fördert er die Wundheilung. Das vielseitige Kraut ist auf Trockenwiesen zu finden: Der Kriechthymian (Thymus praecox) mit nur wenigen cm Wuchshöhe riecht zwar weniger intensiv als die kultivierten Gartenformen. Wenn man aber einige Blätter zerreibt, entfaltet er sofort das typische Aroma. 

Das Gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis), das in Buchen- und Mischwäldern beheimatet ist, heißt nicht zufällig so. In der Volksmedizin werden die getrockneten Blüten als Hustenmittel geschätzt. Sie wirken  hustenreiz- und entzündungshemmend. Auch bei Beschwerden im Magen- und Darmbereich kommt das Gefleckte Lungenkraut zum Einsatz. Die Traditionelle Chinesische Medizin verwendet es zur Stärkung für Lunge und Dickdarm. Getrocknete Blätter beschleunigen die Heilung von kleinen Wunden. 

Die Blätter vom Waldmeister (Galium odoratum) wirken in geringer Dosis gegen Kopfschmerzen, sind entzündungshemmend und krampflösend. Der Tee (1TL auf 250 ml Wasser) dient volksmedizinisch als krampflösendes Mittel bei Leibschmerzen und zur Stärkung der Leber. Frische, in der Hand zerriebene Blätter sind auch hilfreich bei kleinen Wunden und Insektenstichen.

Daher am besten schon im Frühjahr beim Spaziergang durch den Wald an den kommenden Winter denken und schon mal einen Vorrat an Heilmitteln für die nächste Grippewelle sammeln! Bitte entnehmen Sie dabei jedoch nur so viel, wie Sie tatsächlich benötigen und beachten Sie Naturschutzgesetze, regionale Bestimmungen und die Rechte der Waldeigentümer!

// Diese Tipps sind Anregungen, die Sie beim Heilungsprozess unterstützen können. Sie ersetzen im Krankheitsfall natürlich keinen Besuch beim Arzt/bei der Ärztin. Passen Sie gut auf sich auf und gute Besserung! // 

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