Tierische Wohngemeinschaften: Auch Tiere haben es im Winter gern gemütlich

(21.12.2015) Wenn es draußen kalt wird, dann geht es den Tieren nicht anders als uns Menschen. Sie kuscheln sich gerne im Warmen zusammen, um den Winter zu überdauern. Dabei kommt es hin und wieder zu skurrilen Wohngemeinschaften.

Die meisten Arten, die Winterschlaf oder Winterruhe halten, tun dies gemeinsam mit ihren Artgenossen. Ist erst einmal die ideale Behausung gefunden, kommt die ganze Verwandtschaft und bleibt nicht nur für eine Nacht. Das hat einen klaren Vorteil, denn in der Gruppe ist man nicht nur besser geschützt, sondern kann sich eng aneinander gekuschelt auch gegenseitig wärmen. So tun es zum Beispiel auch die Fledermäuse, die entweder in Höhlen, oder – wie etwa der Große Abendsegler – in Baumhöhlen in dichten Trauben eng aneinander ruhen. Dabei zehren sie von den Fettreserven, die sie sich im Sommer angefressen haben.

Gemütliche Schlangengrube
Ähnlich handhaben das auch die Kreuzottern. Bei der Auswahl ihrer Mitbewohner sind sie jedoch nicht ganz so wählerisch. So kann es vorkommen, dass sich in den verlassenen Erdbauten, in denen die Schlangen überwintern, auch noch andere Schlangenarten und Reptilien einfinden. Der Siebenpunkt-Marienkäfer hingegen hat einen guten Grund, um sein Winterquartier ausschließlich gemeinsam mit Artgenossen in Baumritzen, Felspalten oder in Laubhaufen aufzuschlagen: Sobald die Temperaturen wärmer werden und die Insekten aus ihrer Winterstarre erwachen, können sie sich ohne Umschweife paaren – ein liebevoller Abschluss der gemeinsamen Zeit in der WG.

Winterfrieden für Fuchs und Hase
Nicht alle Tiere des Waldes verschlafen die kalte Jahreszeit. Der Dachs wendet viel Aufwand für die Einrichtung seines Winterquartiers auf: Er polstert seinen Bau mit Laub und Moos aus und verlässt diesen im Winter nur, um Nahrung zu suchen. Bei so viel wohlfühl-Atmosphäre ist es kein Wunder, dass die kuschligen Herbergen auch von anderen Tieren heimgesucht werden. Nicht selten sagen sich hier sogar sprichwörtlich Fuchs und Hase gute Nacht. Das friedliche Miteinander herrscht allerdings außerhalb des Baus nicht, denn gerade Füchse haben im Winter viel zu tun. Von Dezember bis Februar ist Paarungszeit und die männlichen Füchse verausgaben sich oft im Kampf um die begehrten Weibchen. Dafür brauchen sie natürlich auch ausreichend Energie und Nahrung. Wenn auch der eine oder andere Hase als Nahrung dienen muss, der Wohnungskollege wird dabei verschont. Eine interessante Überlebensstrategie, vielleicht nicht nur für Hasen: Überlegen Sie es sich, eine WG mit ihrem Erzfeind zu gründen!

 

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