Wild im Winter

Wie Wildtiere überwintern & wie wir sie dabei unterstützen können

(c) Headerbild: Armin Deutz

Wälder und intakte Ökosysteme sind für Mensch, Tier und Pflanzen unersetzliche Lebens-, Schutz- und Erholungsräume. Gerade im Winter sind Respekt und Rücksichtnahme gegenüber der Tierwelt besonders wichtig, damit die Wildtiere auch die karge Jahreszeit gut überstehen.

1. Bitte nicht stören!

Ungestörtes Wild kommt gut durch den Winter!

Wildtiere im Alpenraum sind perfekt an Schnee, Kälte und niedrige Temperaturen angepasst. Sie kommen auch mit harten Wintern gut zurecht. Allerdings nur dann, wenn sie in ihren Rückzugsgebieten nicht gestört werden.

>> Öko-Tipp:
Bleiben Sie auf markierten Wanderwegen und Skirouten und verlassen Sie diese nicht! Menschen, die sich abseits von Wegen, Pisten oder Skirouten bewegen, verursachen Tierleid. 

2. Zurück zur Natur

Natürliche Nahrung ist das Beste für die Wildtiere!

Im Wald finden Wildtiere auch im Winter natürliches Futter: Flechten, Nadeln, Astwerk, abgebrochene Baumwipfel oder umgefallene Bäume. Oft entpuppt sich der Wind als Helfer des Wildes: Durch Sturm herabfallende Flechten und Nadeln stellen eine hochwertige Nahrungsquelle auch bei hoher Schneelage dar. Auch durch hohe Schneelast abgebrochene oder umgeknickte Bäume machen Nahrung für Wildtiere zugänglich.

>> Öko-Tipp:
Bitte Wildtiere nicht füttern – die Mägen können nicht jedes Futter verarbeiten, falsches Futter kann zum Tod der Tiere führen! Sollten Sie in freier Wildbahn oder in Siedlungsgebieten Wildtiere auf Futtersuche entdecken, informieren Sie die örtlichen Jäger oder Förster. 

3. Wildtiere zehren im Winter von Fettreserven und sind Meister im Energiesparen!

Während des Sommers bauen die Wildtiere Fettreserven auf, von denen sie im Winter zehren. Damit können sie den natürlichen winterlichen Nahrungsengpass gut bewältigen. Wenn sie jedoch am Aufbau ihrer Fettreserven im Sommer gehindert werden, sinken ihre Überlebenschancen im Winter. 

>> Öko-Tipp:
Respektieren Sie das „Wohnzimmer“ der Tiere auch im Sommer und hetzen oder schrecken Sie Wild nicht auf! 

4. Auch Wildtiere schätzen Komfort!

Im Winter ziehen Hirsche, Rehe, Gämsen und Steinböcke gerne auf sonnseitige Berghänge. Bei Schönwetter nutzen sie diese zum Aufwärmen. Das hilft ihnen beim Energiesparen und macht ein Überleben im Alpenraum möglich. 

>> Öko-Tipp:
Am besten können Sie Wildtiere von Gegenhängen aus beobachten. Vor dem Hintergrund der weißen Schneeflächen sind die Tiere besonders gut zu sehen – Fernglas und warme Sitzunterlage nicht vergessen!

5. Ruhige Rückzugsgebiete sind Mangelware

Ruhige Gebiete sind in zahlreichen Regionen bereits Mangelware. Deshalb ist es wichtig, diese zu bewahren. In stark beunruhigten Gebieten können Fütterungen dazu beitragen, Wildtiere im Winter in solche ungestörten Gebiete zu lenken, von Siedlungen und Verkehrswegen fernzuhalten und nicht zuletzt Wildunfälle zu vermeiden.

>> Öko-Tipp:
Respektieren Sie Wildruhegebiete und halten Sie Abstand von Einstandsbereichen und Fütterungen!

6. Die Überlebenstricks der Wildtiere

Um gut durch den Winter zu kommen, haben sich Wildtiere einige Tricks einfallen lassen. Sie senken ihre Herzfrequenz und fahren ihren Kreislauf herunter, schalten quasi auf „Energiesparmodus“. Mit ihrem dichten Winterfell können Hirsche & Co auch tiefe Minusgrade gut überstehen. Ihr Fell bildet eine richtige Isolierschicht, die sie vor der Kälte schützt. Es isoliert so gut, dass sogar der Schnee auf ihrem Rücken liegen bleibt - und nicht etwa durch Körperwärme schmilzt. Zu einem ganz besonderen Winter-Tricke greifen Birkhühner: Sie lassen sich einschneien und bleiben in ihren eigenen „Schneehöhlen“, um vor extremer Kälte geschützt zu sein. Dazu braucht es allerdings ausreichend Schnee und ungestörte Gebiete. 
 

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