Kernzonen-Monitoring im Biosphärenpark Wienerwald 2017
Etwa 5 % der Fläche des Biosphärenpark Wienerwald sind seit der Aufnahme des Wienerwalds in das Netz der Biosphärenparke im Jahr 2005 außer Nutzung gestellt. In diesen sogenannten Kernzonen ist das oberste Ziel der Prozessschutz. Dieser bietet der Natur maximalen Spielraum für ihre Entwicklung unter minimaler menschlicher Einflussnahme. So soll die biologische Vielfalt erhalten bzw. gefördert und die Funktionsweise unberührter Wälder erforschbar werden.
Die Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung ehemaliger Wirtschaftswälder zu Urwäldern erfolgt durch ein Langzeit-Beobachtungssystem. Dieses Forschungsvorhaben wurde vom Biosphärenpark Wienerwald Management initiiert und in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Bundesforsten und dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien in den Jahren 2008 bis 2010 erstmals umgesetzt.
Dazu wurden in den 37 Kernzonen des Biosphärenparks auf einem Stichprobenraster über 1.600 Probepunkte eingerichtet und mit Eisenmarken dauerhaft gekennzeichnet. Mit Winkelzählproben wurden Informationen über Baumarten, ihre Höhen und Durchmesser aufgenommen, sowie Daten über Verjüngung, Wildeinfluss, Waldstruktur, stehendes und liegendes Totholz und Standort.
Die Daten geben Einblick in den Start der natürlichen Entwicklung menschlich beeinflusster Wälder bis hin zu natürlichen Waldgesellschaften.






Erneuerung der Markierung
Foto: Patricia Lechner
Der Totholzvorrat wächst
Foto: Maren Röttger
Messung mit Hindernissen
Foto: ÖBf
Alle zehn Jahre werden die Probeflächen erneut aufgenommen, um die Veränderungen an exakt der gleichen Stelle ermitteln zu können.
Diese Wiederholungserhebungen erfolgen zurzeit in den Kernzonen Mauerbach und Kiental. Insgesamt werden 100 Punkte (56 Punkte in der für die Flyschregion typischen Kernzone Mauerbach, 44 Punkte im vom Karbonatgestein gekennzeichneten Kiental) aufgenommen, um die Entwicklung der Wälder in Kernzonen hinsichtlich Wachstum, Totholzaufkommen etc. festzustellen.
Zusätzlich startet an der Universität für Bodenkultur Wien am Institut für Waldwachstum eine Diplomarbeit, die sich mit der detaillierten Datenanalyse des Kernzonenmonitorings beschäftigt, um Unterschiede zwischen Flysch- und Karbonat-Kernzonen festzustellen. So dienen die erhobenen Daten erneut als Basis für weitere wissenschaftliche Erkenntnisse.
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