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Bundesforste „fällen“ (Ein)Bäume aus der Bronzezeit

Historischer Einbaum-Fund im Kärntner Längsee – Etwa 3.500 Jahre altes Boot aus Bronzezeit – Bestimmung mittels C14-Analyse

Einen nicht alltäglichen Fund machte ein Hobbytaucher bei einem Tauchgang im Längsee in Kärnten. Im unmittelbaren Uferbereich in nur sechs Meter Tiefe fand er Reste eines hohlen Baumes, der über Jahrtausende in Seekreide im Seeboden gesteckt und unentdeckt geblieben war. Unweit der ersten Fundstelle entdeckte der Hobbytaucher einen weiteren Fund – erneut Reste eines Bootsrumpfes. Gemeinsam mit der Universität Wien, dem Landesmuseum, dem Bundesdenkmalamt, Einsatzkräften der Wasserrettung und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) als Eigentümer und Seebetreuer wurden die prähistorischen Fundstücke mittels Spezialeinsatz geborgen. Danach wurden die Einbäume nach Wien an das „Vienna Institute for Archaeological Science“ (VIAS) der Universität Wien überstellt, wo sie nun untersucht und detailgetreu restauriert werden. „Als verantwortungsvoller Seenbewirtschafter ist uns eine sorgfältige Bergung und Sicherstellung der historischen Einbäume ein Anliegen“, sagt Georg Schöppl, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, „wir unterstützen daher die Restaurierung und Präparation der beiden Fundstücke“.

Boot aus Bronzezeit

Die beiden Objekte werden nun genauestens untersucht. Zur Altersbestimmung wird die so genannte C14-Analyse herangezogen, mit der anhand des Zerfalls von Kohlenstoff 14 Pflanzen- und Holzreste genau datiert werden können. Proben des ersten Einbaumes wurden bereits ausgewertet. „Das Boot vom Längsee ist ein Relikt aus der Bronzezeit und wurde vor etwa 3.500 Jahren gebaut“, erklärt Otto Cichocki, Paläontologe und Leiter des Bereichs Dendrochronologie an der Universität Wien. „Der Baumstamm wurde zwischen 1630 und 1460 vor Christus ausgehöhlt. Er ist rund vier Meter lang und 60 Zentimeter breit.“ Bestimmt werden konnte auch die Baumart. „Es handelt sich um eine Erle. Erlen bevorzugen feuchte Standorte an stehenden oder fließenden Gewässern“, erklärt Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl. Ihr Holz wird unter Wasser besonders hart und dauerhaft, früher wurde es häufig als Pfahlholz, aber auch für Wasserleitungen oder Brunnentröge verwendet. Die Proben des zweiten Einbaums sind noch nicht zur Gänze ausgewertet. Bereits jetzt lässt sich jedoch sagen, dass das zweite Boot aus Tannenholz gefertigt ist.

Aufwändige Konservierung und Restaurierung

Der Bergung und Untersuchung folgt ein aufwändiger Konservierungsprozess, bei dem die Einbäume zunächst in Becken mit entmineralisiertem Wasser gelagert und entsäuert werden (Osmosebad). Dann müssen die über die Jahrtausende instabil gewordenen Zellwände des Holzes verstärkt werden, da sonst beim Trocknen der Rumpf zerreißen und stark schrumpfen würde. Ist dieser Prozess erfolgreich beendet, kann mit der langsamen Trocknung begonnen werden, nach deren Abschluss der Bootsrest aus den Teilstücken rekonstruiert, museal präsentiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Die Pfahlbauten am Keutschacher See in Kärnten waren bereits 2011 als beispielhafte Fundstellen für den Alpenraum in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen worden.

Pressefotos

Rückfragehinweis:

Universität Wien/Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS)
Dr. Otto Cichocki, Dendrolab
Tel. 01-4277-40308
E-Mail otto.cichocki [AT] univie.ac [.] at

Österreichische Bundesforste
Pia Buchner, Pressesprecherin
Tel. 02231-600-2120
E-Mail: pia.buchner [AT] bundesforste [.] at

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