Bundesforste revitalisieren wertvolle Moorlandschaft im Nationalpark Kalkalpen

Moore gelten als wahre Klimaschützer: Obwohl sie lediglich rund drei Prozent der weltweiten Landfläche bedecken, speichern sie mehr Kohlenstoff als alle Wälder der Erde zusammen. Darüber hinaus fungieren sie als natürliche Wasserspeicher, die sowohl Starkregenereignisse als auch Trockenperioden abmildern können. Zugleich sind Moore einzigartige Lebensräume für hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten und bieten zahlreichen gefährdeten sowie auf der Roten Liste geführten Arten einen unverzichtbaren Rückzugsraum. Moore zählen jedoch zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Entwässerungen, Torfabbau und die Auswirkungen des Klimawandels setzen vielen Moorlandschaften erheblich zu. Um ihre zentrale Funktion für Klima, Wasserhaushalt und Artenschutz langfristig zu erhalten, sind Revitalisierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen von entscheidender Bedeutung.
Revitalisierung des Feichtau-Moors im Nationalpark Kalkalpen
Mitten im 20.850 Hektar großen Nationalpark Kalkalpen liegt das Feichtau-Moor auf rund 1.350 Metern Seehöhe – das mit rund 0,5 Hektar ein besonderes Hoch- bzw. Übergangsmoor im Schutzgebiet ist. Denn Hochmoore sind im Nationalpark selten, da das durchlässige Karstgebiet und die steilen Hanglagen das Wasser rasch ableiten und somit die Torfbildung erschweren. Das Feichtau-Moor wurde in der Vergangenheit durch Beweidung und Entwässerungsmaßnahmen stark beeinträchtigt. Nun setzen die Österreichischen Bundesforste in enger Abstimmung mit dem Nationalpark Kalkalpen gezielte Schritte zur Wiedervernässung. Bestehende Entwässerungsgräben wurden zunächst lokalisiert und mithilfe von rund 140 Laufmeter Spundwänden aus Lärchenholz verschlossen, sodass das Wasser künftig wieder im Moor zurückgehalten werden kann. Mittels Pegelmessungen werden die Wasserstände vor und nach Projektabschluss überprüft.
Ziel der Renaturierung ist die Wiederherstellung des seltenen Lebensraumes Hochmoor und die Revitalisierung des Torfmooses. Besonders im Fokus steht dabei der Artenschutz: die Lebensbedingungen für die hochspezialisierten Tier- und Pflanzenarten werden verbessert. Von der Renaturierung profitieren unter anderem Insekten, Amphibien, Reptilien und Vogelarten, sowie die charakteristische Moorvegetation.
Gemeinsam für den Naturschutz
Die Österreichischen Bundesforste setzen gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus der Wirtschaft vielfältige Naturschutzprojekte um. In diesem Fall bietet die Statistik Austria ihren Umfrage-TeilnehmerInnen die Möglichkeit, Naturschutzmaßnahmen auf Flächen der Österreichischen Bundesforste zu unterstützen. Denn als Dankeschön an einer Teilnahme an den Umfragen der Statistik Austria, erhalten die RespondentInnen einen Gutschein. Diesen Gutscheinwert können sie einem Naturschutzprojekt widmen. Die daraus generierten Mittel fließen unter anderem direkt in Moorschutzprojekte. Dadurch können Flächen in der Steiermark, Oberösterreich, Salzburg und Tirol revitalisiert und ökologisch aufgewertet werden. So auch das Feichtau-Moor im Nationalpark Kalkalpen.
„Die Umsetzung einer Moor-Revitalisierung in einem Nationalpark ist eine besondere Herausforderung, da hier noch viel mehr als anderswo auf die beteiligten Stakeholder und vor allem auf die im Gebiet vorkommenden Schutzgüter - abseits der Moore - Rücksicht genommen werden muss“, betont Projektleiter Xaver Wimmer, Regionales Naturraummanagement bei den Österreichischen Bundesforsten.
Die Österreichischen Bundesforste betreuen österreichweit mehr als 2.000 Hektar Moorflächen und engagieren sich seit Jahrzehnten aktiv für deren Schutz. Bereits mehr als 50 Moorschutzprojekte wurden erfolgreich umgesetzt. Damit leisten die Österreichischen Bundesforste einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Klima, Wasserhaushalt und Artenschutz und sichern wertvolle Lebensräume für kommende Generationen.
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