Raus aus dem Klassenzimmer, hinein in den Wald: Neue Ausbildungswoche verbindet Theorie und Praxis

Wie sieht der Wald der Zukunft aus – und was braucht es, um ihn erfolgreich zu bewirtschaften? Mit diesen entscheidenden Fragen beschäftigten sich rund 60 Schüler*innen der 4. Klassen der Höheren Bundeslehranstalt (HBLA) für Forstwirtschaft Bruck/Mur im Rahmen der neuen Ausbildungswoche „Wald-der-Zukunft-intensiv“. Von 21. bis 25. September 2026 standen in Kärnten fünf Tage lang praktische Übungen, fachlicher Austausch und das Zusammenspiel von Waldbau, Holzernte, Holzvermarktung und Jagd im Mittelpunkt.
In wechselnden Kleingruppen setzten sich die angehenden Forstleute damit auseinander, wie Waldbestände unterschiedlichen Alters durch gezielte Bewirtschaftungsmaßnahmen strukturreicher und stabiler gestaltet werden können. Außerdem ging es um das „Wie“ der Holzvermarktung, um die Kosten für die Erziehung eines klimafitten Waldes decken zu können. Auch Borkenkäfermanagement, der Einsatz von Drohnen und an die Veränderungen im Wald angepasste Jagdmethoden – zum Beispiel Pirschen oder der Einsatz von Klettersitzen – durften nicht fehlen.
Die neue Ausbildungswoche „Wald-der-Zukunft-intensiv" findet auf der Grundlage einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK), der HBLA für Forstwirtschaft Bruck/Mur und den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) statt. Sie bildet einen neuen Baustein in der Zusammenarbeit zwischen Ausbildung und Praxis.
Organisiert wurde die erste Ausbildungswoche von einem Team aus verschiedenen ÖBf-Forstbetrieben unter Federführung der Forstbetriebsleiter*innen DI Antje Güttler und DI Bernhard Funcke. Begleitet wurden die Schüler*innen von rund 30 Trainer*innen aus Österreich und Deutschland.
Klimafitter Wald braucht klimafitte Förster*innen
„Der Wald der Zukunft muss klimafit sein. Das schaffen wir nicht durch eine einzelne Maßnahme. Der Wald der Zukunft braucht in den nächsten Jahrzehnten eine zielgerichtete und regelmäßige Bewirtschaftung. Försterinnen und Förster müssen dafür die Zusammenhänge zwischen Klimaveränderungen, ökologischen und ökonomischen Wechselwirkungen bei Wald- und Wildbewirtschaftung, Naturschutzmaßnahmen, Besucherlenkung, Kommunikation mit Waldnutzerinnen und -nutzern sowie technischer Entwicklung im Auge haben. Genau das erfahren die Schülerinnen und Schüler in der Ausbildungswoche – praxisnah, direkt draußen im Wald und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen, die die Herausforderungen um den klimafitten Wald täglich meistern“, so DI Antje Güttler, Leiterin des ÖBf-Forstbetriebs Kärnten-Lungau.
Austausch mit Expert*innen
Ergänzt wurde die praktische Arbeit im Wald durch Abendveranstaltungen mit Fachvorträgen und persönlichen Gesprächsmöglichkeiten. Dabei konnten sich die Schüler*innen unter anderem auch mit Andreas Gruber, ÖBf-Vorstand für Forstwirtschaft und Naturschutz, austauschen und Fragen zu aktuellen Herausforderungen der Waldbewirtschaftung, zum Berufsbild von Försterinnen und Förstern sowie zur Zukunft des Waldes diskutieren. Weitere Abendimpulse widmeten sich modernen Ansätzen der Waldbewirtschaftung, der Bedeutung von Laubholz als Produkt des Waldes sowie den Anforderungen an die nächste Generation von Forstleuten.
„Uns war wichtig, nicht nur Wissen weiterzugeben, sondern Lust auf diesen Beruf und auf die Verantwortung für den Wald zu machen. Die jungen Forstleute von heute werden in wenigen Jahren Entscheidungen treffen, deren Auswirkungen noch Generationen später sichtbar sein werden. Dafür braucht es Fachwissen, aber ebenso die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen abzuwägen, Entscheidungen zu erklären und offen für neue Wege zu sein“, so DI Bernhard Funcke, Leiter ÖBf-Forstbetrieb Waldviertel-Voralpen.
„Die Försterinnen und Förster von morgen gestalten die Wälder der Zukunft. Ihnen kommt die Verantwortung zu, aus den Herausforderungen unserer Zeit nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Dafür braucht es Bewusstsein, Wissen und Kompetenz. Die „Wald-der-Zukunft-intensiv“-Woche verbindet diese Aspekte auf innovative Weise und zeigt, wie schulische Ausbildung durch starke außerschulische Partnerschaften bereichert werden kann“, ergänzt DI Dr. Wolfgang Hintsteiner, Direktor der Höheren Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur.
Ausbildungsprojekt mit Zukunft
Die Ausbildungswoche 2026 war der Beginn eines neuen Bausteins der Zusammenarbeit zwischen dem BMLUK, der HBLA für Forstwirtschaft Bruck/Mur und den Österreichischen Bundesforsten. Sie wurde vom ÖBf-Team rund um Antje Güttler, Leiterin des ÖBf-Forstbetriebs Kärnten-Lungau, Bernhard Funcke, Leiter des ÖBf-Forstbetriebs Waldviertel-Voralpen, Stefan Bayer, ÖBf-Revierleiter Ossiach, sowie Maren Röttger, Naturraummanagement, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit im Forstbetrieb Waldviertel-Voralpen, organisiert. Die Erfahrungen aus dem ersten Durchgang und das Feedback der Teilnehmer*innen und Trainer*innen bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der „Wald-der-Zukunft-intensiv“-Woche. Nach dem erfolgreichen Start soll das Format künftig jährlich stattfinden – das nächste Mal im September 2027 – und fixer Bestandteil der Ausbildung an der HBLA für Forstwirtschaft Bruck/Mur werden.
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Österreichische Bundesforste
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Pressesprecherin Natur & Umwelt, Regionale Kommunikation NÖ, Steiermark, Kärnten
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