Tradition trifft Naturschutz: Neuer steirischer Bundzaun schützt Schwarzriegelmoor

Gemeinsam für den Moorschutz: In diesen Tagen wurde auf der Pretul am Schwarzriegelmoor, dem östlichsten Hochmoor der Alpen, auf rund 1.600 Metern Seehöhe ein besonderes Naturschutzprojekt umgesetzt. Rund 400 Meter des beschädigten Stangenzauns auf der Ostseite des sensiblen Naturraums wurden durch einen robusten steirischen Bundzaun ersetzt. „Moore zählen weltweit zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen. Der neue Bundzaun trägt wesentlich zum Schutz dieses wertvollen Kleinods mit seiner einzigartigen Fauna und Flora bei. Er lenkt Besucherinnen und Besucher gezielt, verhindert unkontrollierten Zutritt und unterstützt die Weideführung“, betont Michala Peer, Leiterin des ÖBf-Forstreviers Mürzzuschlag.
Errichtet wurde der Bundzaun im Juni 2025 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Österreichischen Bundesforste (ÖBf), der Forstlichen Ausbildungsstätte Pichl (FAST Pichl) sowie Mitgliedern der Landjugend Bezirk Mürzzuschlag. Geleitet wurde das Projekt von Gregor Stadlhofer, der bereits in dritter Generation sein Wissen als Lehrmeister für Bundzaunprojekte weitergibt. Finanziert wird das Vorhaben von der Windpark Pretul GmbH. Die Materialvorbereitungen für das Projekt haben bereits vor zwei Jahren begonnen.
Neben den ökologischen Zielen stand besonders die Weitergabe traditionellen Handwerkswissens im Mittelpunkt. So konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der FAST Pichl sowie Mitglieder der Landjugend Bezirk Mürzzuschlag beim Bau des Bundzauns wertvolle praktische Erfahrungen sammeln. „Damit lebt das alte Handwerk fort und wird in die nächste Generation getragen“, so Peer.
Robuster Schutz für sensiblen Lebensraum
Der steirische Bundzaun besteht aus dicht verflochtenen Fichtenstangen und kommt völlig ohne Nägel oder Metallteile aus – eine traditionelle Bauweise, die sich durch hohe Stabilität und Langlebigkeit auszeichnet. Besonders unter Schneelast im Winter und beim Sommerweidebetrieb hat sich der Bundzaun rund um das Schwarzriegelmoor deutlich besser bewährt als herkömmliche Stangenkonstruktionen. Auch der Artenschutz wurde beim Bau berücksichtigt: Etwa alle 20 Meter bleibt eine kleine Lücke frei, die speziell für Birkhühner geschaffen wurde. Die bodenbrütenden Vögel benötigen bei Gefahr schnelle Fluchtmöglichkeiten – insbesondere bei Angriffen durch Greifvögel wie beispielsweise Adler.
„Das Projekt zeigt exemplarisch, wie sich traditionelles Handwerk und Naturschutz optimal ergänzen. Die Errichtung des Bundzauns ist eine von zahlreichen Maßnahmen, die die ökologische und touristische Attraktivität rund um den Windpark Pretul der Österreichischen Bundesforste steigern“, so Sandra Storm, Geschäftsführerin der Windpark Pretul GmbH, abschließend.
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