Grüne Vorsorge: Aufforstung im steirischen Schutzwald

Vor zehn Jahren fegte Orkan Kyrill mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern pro Stunde über Österreichs Wälder hinweg und hinterließ dabei riesige Schäden. So auch im Schutzwald der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) an den steilen Hängen des Radlings im Bundesforste-Revier Grundlsee im steirischen Salzkammergut. Trotz rascher Aufräum- und Aufforstungsarbeiten in den Folgejahren setzten Wind, Trockenheit sowie der Waldschädling Borkenkäfer den exponierten Flächen stark zu. Die Bundesforste und Helvetia forsten die jungen Schutzwälder dieser Tage mit weiteren rund 10.000 jungen Fichten- und Lärchenpflanzen auf. Der Wald dient in der Region als natürlicher Schutz vor Naturgefahren - vor allem für die Hauptverkehrswege wie die Salzkammergut-Bundesstraße und die Eisenbahnverbindung im Tal.
Grüner Wall als Schutz vor Naturgefahren
Intakte Schutzwälder bieten natürlichen und vor allem nachhaltigen Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Muren oder Steinschlag. Die Österreichischen Bundesforste betreuen in Österreich 510.000 Hektar Wald – mehr als ein Drittel davon sind Schutzwälder. Wetterextreme als Folge des Klimawandels, aber auch Wildverbiss bringen die Schutzwälder im Alpenraum immer mehr unter Druck. Wo die Jungbäume nicht von selbst ausreichend nachwachsen können, helfen die Bundesforste mit gezielten Aufforstungen nach.










Forstfacharbeiter transportiert die Jungpflanzen in der Kraxe ins steile Gelände.
Foto: Helvetia/ÖBf/Wolfgang Simlinger
Startschuss für das vierte Schutzwaldprojekt von Helvetia Österreich und Österreichischen Bundesforste.
Foto: Helvetia/ÖBf/Wolfgang Simlinger
Diese junge Fichte und 10.000 andere Jungpflanzen mehr sollen den Schutzwald künftig verstärken.
Foto: Helvetia/ÖBf/Wolfgang Simlinger
Sorgsam pflanzen Forstfacharbeiter von Hand die jungen Lärchen und Fichten in Abstand von ca. zwei Metern zum bestehenden Schutzwald.
Foto: Helvetia/ÖBf/Wolfgang Simlinger
Sorgsam pflanzen Forstfacharbeiter von Hand die jungen Lärchen und Fichten in Abstand von ca. zwei Metern zum bestehenden Schutzwald.
Foto: Helvetia/ÖBf/Wolfgang Simlinger
Herausfordernde Pflanzaktion
Die rund 45 Hektar große Aufforstungssfläche am Radling liegt auf über 1.000 Meter Seehöhe. Die Pflanzarbeiten erfolgen in äußerst anspruchsvoller Handarbeit. Zu Fuß und mit 10.000 Jungbäumen am Rücken erklimmen die Forstfacharbeiter der Bundesforste die steilen Hänge und pflanzen die Setzlinge einzeln im weitläufigen Gelände aus.
Aufgeforstet wird dabei vor allem mit Fichten und Lärchen, die verstärkt auftretenden Wetterextremen bedingt durch den Klimawandel am besten standhalten können. Die dicht wachsenden Fichten fangen in ihren Kronen große Mengen an Schnee auf. Lärchen wiederum gelten mit ihren stark ausgeprägten Wurzelsystemen als besonders sturmfest und steinschlagresistent. Als natürlicher Baumnachwuchs sollen langfristig Buchen und Tannen aufkommen, denn dem Standort entsprechende Mischwälder stellen besonders langfristige und stabile Schutzwälder dar.
