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Bundesforste und regionale Partner bekämpfen Wasserpest im Prebersee

87 Edelkrebse bei erstem Einsatz gerettet – langfristige Maßnahmen zur Eindämmung geplant

Bundesforste und regionale Partner bekämpfen Wasserpest im Prebersee (c) oebf/Roman Siller

Die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) setzen sich gezielt für den Schutz des Prebersees im Salzburger Lungau ein. Mit einem eigens entwickelten und finanzierten Maßnahmen- und Monitoringkonzept soll die Ausbreitung der Schmalblättrigen Wasserpest, einer invasiven Wasserpflanze, eingedämmt und der wertvolle Lebensraum für heimische Fisch- und Krebsarten geschützt werden.

Eingebettet in die Berglandschaft des Salzburger Lungaus liegt auf rund 1.500 Metern Seehöhe der Prebersee – ein besonderes Naturjuwel im UNESCO-Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge. Der natürliche Moorsee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein ökologisch besonders wertvoller Lebensraum. Seit einigen Jahren breitet sich dort allerdings die gebietsfremde Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii) aus, deren Bestände insbesondere seit 2024 stark zugenommen haben. Die dichten Unterwasserbestände können heimische Pflanzen verdrängen, Lebensräume verändern und die Sauerstoffverhältnisse im Gewässer beeinträchtigen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben die Österreichischen Bundesforste ein langfristiges Maßnahmen- und Monitoringkonzept ausgearbeitet und übernehmen dessen Finanzierung. Ziel ist es, die Wasserpest gezielt zu reduzieren und die ökologische Vielfalt des Sees langfristig zu erhalten.

87 Edelkrebse bei erstem Einsatz gerettet

Mitte September 2026 führten die Bundesforste gemeinsam mit lokalen Partnern, darunter Vertreter der Marktgemeinde Tamsweg, der Preberschützen Tamsweg und eines Fischereivereins, eine erste Probeentnahme durch. Dabei wurden unterschiedliche Methoden zur möglichst schonenden Entfernung der Wasserpest erprobt.

Bei dichtem Pflanzenbewuchs hat sich insbesondere die Seilmethode in Verbindung mit einer Winde bewährt. Damit konnten während des Versuchs große Pflanzenmengen in kurzer Zeit und mit vergleichsweise geringer Aufwirbelung des Seegrundes entfernt werden. Für die gezielte Nachbearbeitung eignet sich vor allem die Entnahme mittels Rechen.

Besonderes Augenmerk galt dabei dem Schutz der im See lebenden Tiere: Insgesamt wurden 87 Edelkrebse aus dem entnommenen Pflanzenmaterial geborgen und schonend in den See zurückgesetzt. Auch zahlreiche Jungfische konnten wieder freigelassen werden.

„Der Prebersee beherbergt eine außergewöhnlich wertvolle Edelkrebspopulation. Mit unserem langfristigen Maßnahmen- und Monitoringkonzept wollen wir die Ausbreitung der Wasserpest gezielt eindämmen und gleichzeitig die sensiblen Lebensräume im See erhalten. Die Erkenntnisse aus der ersten Probeentnahme helfen uns dabei, die weiteren Arbeiten möglichst schonend und wirksam umzusetzen“, erklärt Roman Siller, Fischereiexperte der Österreichischen Bundesforste im Forstbetrieb Kärnten-Lungau.

Gemeinsam die Ausbreitung verhindern

Um die Ausbreitung der Wasserpest langfristig einzudämmen, sollen künftig vor allem im Herbst größere Pflanzenmengen mithilfe eines Seilzugverfahrens entfernt werden. Im Frühjahr ist eine Nachbearbeitung mit Rechen vorgesehen. Begleitende Messungen der Wassertemperatur und des Sauerstoffgehalts sowie die Beobachtung der Fisch- und Krebsbestände sollen zudem die Entwicklung des Gewässers dokumentieren und eine laufende Anpassung der Maßnahmen ermöglichen.

Auch Besucherinnen und Besucher können einen wichtigen Beitrag leisten. Nach dem Prinzip „Check – Clean – Dry“ sollten Boote, Stand-up-Paddle-Boards, Angelgeräte und andere Wassersportausrüstung auf Pflanzenreste kontrolliert, gründlich gereinigt und vor dem nächsten Einsatz möglichst vollständig getrocknet werden. So lässt sich verhindern, dass Pflanzenfragmente in andere Gewässer verschleppt werden.

Über die Schmalblättrige Wasserpest (Elodea nuttallii)

Die Schmalblättrige Wasserpest stammt ursprünglich aus Nordamerika. Sie wächst vollständig unter Wasser und kann dichte, mehrere Meter lange Bestände bilden. Schon kleinste abgebrochene Pflanzenteile können Wurzeln schlagen und sich ausbreiten.

Bei starker Ausbreitung bildet die Wasserpest dichte Unterwasserteppiche. Dadurch kann sie heimische Wasserpflanzen verdrängen, Lebensräume von Fischen und Amphibien beeinträchtigen und beim Absterben großer Pflanzenmengen zu Sauerstoffmangel beitragen.

Für Menschen ist die Wasserpest ungiftig.

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Pressekontakt

Österreichische Bundesforste

Daniela Schildhammer

Pressesprecherin Natur & Umwelt, Regionale Kommunikation NÖ, Steiermark, Kärnten
+43 (2231) 600-1520
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