Drohnen im Einsatz für den Wald der Zukunft

Im Kobernaußerwald in der Gemeinde Lohnsburg entsteht aktuell ein innovatives Versuchsprojekt zur Wiederaufforstung von Wäldern. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz von Drohnentechnologie, die im Rahmen einer Diplomarbeit an der HTL Ried im Innkreis entwickelt und getestet wird. Ziel ist es, neue Wege zu finden, um Wälder effizient und nachhaltig wiederaufzuforsten.
Hintergrund: Neue Lösungen für große Herausforderungen
Sturmschäden, Schädlinge und der Klimawandel führen immer häufiger zu großen unbewaldeten Flächen. Die Wiederaufforstung dieser Gebiete ist oft mit hohem Arbeitsaufwand verbunden, insbesondere in schwer zugänglichem Gelände. Genau hier setzt das Projekt an: Drohnen sollen helfen, Saatgut schnell, gezielt und großflächig auszubringen.
Versuchsfläche im Kobernaußerwald
Die derzeit unbewaldete Testfläche befindet sich in Lohnsburg im Kobernaußerwald, direkt neben dem Skirollerzentrum Innviertel. Die Versuchsfläche wurde von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf) bereitgestellt, konkret vom Forstrevier Frauschereck unter der Leitung von Matthias Berger. Die Bundesforste begleiten das Projekt fachlich und haben sich bereits in der Vergangenheit mit dem Einsatz von Saatgutdrohnen zur Wiederbewaldung beschäftigt. Die Fläche im Kobernaußerwald bietet aus Sicht der Bundesforste ideale Bedingungen für Versuche, da ein Teil mit Humus aufgeschüttet wurde, während der andere Teil natürliche Bodenverhältnisse aufweist.
Das Gebiet wird aktuell unter anderem vom Skiverein Höhenhart als Trainingsfläche genutzt. Durch den eingebrachten Humusboden entwickelte sich jedoch ein dichter Grasbewuchs, der die natürliche Wiederbewaldung erschwert. Genau hier setzt das aktuelle Projekt an. Zu Beginn wurde die Fläche mithilfe eines Drohnenflugs genau vermessen. Aus den aufgenommenen Bildern konnte ein detailliertes 3D-Modell erstellt werden, das als Grundlage für die weitere Planung dient. Auf Basis dieser Daten wurde die Fläche in mehrere Versuchsbereiche unterteilt. Ein Teil der Fläche wurde zusätzlich mit einer Bodenfräse bearbeitet, um bessere Bedingungen für die Keimung der Samen zu schaffen.
Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, wurde die Fläche in unterschiedliche Versuchsparzellen unterteilt. Ein Teil der Samen wurde zusätzlich behandelt, indem diese mit Biokohle, unbehandeltem Holz und Nährstoffen ummantelt wurde. Ziel ist es herauszufinden, ob diese Behandlung die Keimung und das Wachstum verbessert.
Eingesetzte Baumarten
Bei den verwendeten Samen handelt es sich ausschließlich um heimische Pionierhölzer. Dazu zählen Lärche, Grauerle und Vogelbeere. Diese Baumarten sind besonders robust und eignen sich gut für die Erstbewaldung von offenen Flächen. Vor allem die Lärche spielt im klimafitten Wald der Zukunft – und daher auch in diesem Versuchsprojekt – eine wichtige Rolle: Mit ihrem kräftigen Wurzelsystem steht sie stabil, ist unempfindlicher gegenüber Steinschlag und kommt auch mit Hitze und Trockenheit gut zurecht. Bei den Bundesforsten ist sie daher eine zentrale Baumart für Aufforstungen – österreichweit ist rund jeder zweite gesetzte Jungbaum eine Lärche.
Technologieeinsatz: Drohnen in der Praxis
Die Planung der Versuchsfläche sowie die Ausbringung der Samen erfolgte in Zusammenarbeit mit dem niederösterreichischen Unternehmen Drohnenscan Huber OG, das auf Drohnendienstleistungen spezialisiert ist. Für die Aussaat kam eine Agrardrohne des Typs DJI Agras T25 zum Einsatz. Diese ermöglicht eine gleichmäßige und gezielte Verteilung des Saatguts aus der Luft. Durch vorab definierte Flugrouten kann die Fläche effizient und reproduzierbar bearbeitet werden. Das zentrale Ziel des Projekts ist es, die effektivste Methode zur drohnenbasierten Waldaufforstung zu ermitteln. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen helfen, zukünftige Aufforstungsprojekte besser zu planen und umzusetzen.






Saatgutdrohne im Einsatz (c) HTL Ried
Vorbereitung der Saatgutdrohne an der Aufforstungsfläche (c) HTL Ried
Saatgut (c) HTL Ried
