Wiederherstellung von Laichplätzen für Äschen
Süßwasserfische stehen weltweit unter großem Druck. Auch die Bestände der Europäische Äsche (thymallus thymallus) sind in den letzten Jahrzehnten stark rückläufig. Ein entscheidender Grund dafür ist die fortschreitende Verbauung von Fließgewässern und der damit einhergehende Verlust von Lebensraum. Die Äsche hat in unterschiedlichen Lebensabschnitten unterschiedliche Ansprüche an ihr Habitat. So bevorzugen erwachsene Individuen tiefere Züge und Kolke, während juvenile Tiere im flacheren Wasser an Kiesbänken ideale Bedingungen vorfinden.
Im Frühjahr, wenn die Wassertemperatur im Fluss wieder zu steigen beginnt, suchen erwachsene Äschen geeignete Laichhabitate auf, um sich fortzupflanzen. Neben der Strömungsgeschwindigkeit und Wassertiefe spielt die Beschaffenheit des Bodensubstrates eine zentrale Rolle. Die Eier werden vom Weibchen direkt in den Kiesboden gelegt. Damit sich diese gut entwickeln können, müssen die Kieslückenräume frei von Feinsediment und gut von sauerstoffreichem Wasser durchspült sein.
Solche Laichhabitate sind mittlerweile selten geworden, auch die Traun bildet hier keine Ausnahme. Im Zuge des Projektes „Integratives Gewässermanagement an Traun und Alm“ wurden auf einer Strecke von etwa 30 km nur 11 potentielle Laichhabitate festgestellt. Dazu kommt, dass durch Querbauwerke die Möglichkeit der Fische, im Fluss auf und ab zu wandern und diese Laichgebiete zu erreichen, stark eingeschränkt respektive verhindert ist.
Um diesem Umstand entgegenzuwirken, werden im Zuge des Projektes an mehreren Flussabschnitten Laichplätze revitalisiert. Mit einem Bagger wird das Bodensubstrat aufgegraben und umgewälzt. Dabei wird Fein- und Feinstsediment, dass die Lückenräume im Schotterkörper verlegt, von der Strömung ausgespült. Zurück bleibt lockeres, grobes Bodensubstrat. Anschließend werden Schotterdepots mit geeignetem Material angelegt, welche nach und nach weitergespült werden und so die Wirkung der gesetzten Maßnahmen verlängern soll.
Den Anfang bildete im Jahr 2021 ein Traunabschnitt (1) bei Ohlsdorf, wo auf einer Fläche von etwa 5000 m2 Arbeiten durchgeführt wurden. Bereits wenige Wochen nach Beendigung der Arbeiten wurde der sanierte Laichplatz von Äschen, Huchen und Barben aufgesucht und eine rege Laichtätigkeiten konnte beobachtet werden.
Im März 2022 wurde ein zweiter Laichplatz saniert. Eine Begehung im folgenden Juni zeigt erfreulicherweise, dass auch dieser Laichplatz gut von Äschen angenommen wurde. Es wurden Äschenlarven in großer Zahl nachgewiesen.
Mit Abschluss der Arbeiten im Spätwinter 2025 wurden noch weitere Laichplätze im Projektgebiet umgesetzt, sodass zeitgerecht vor dem Frühling die potentiellen Laichhabitate an der Traun vervielfacht werden konnten. Durch das Projekt konnten über 50.000 m² an Laichplätzen errichtet werden. Dies stellt zwar eine quanititative Verbesserung der Ausgangssituation dar, im Kontext der Gesamtfläche und des Habitatbedarfs sind auch zukünftig weitere Maßnahmen notwenig um die Reproduktion der Fische in der Traun weiter zu verbessern.
1 Informationen zum FV Traunseefischer finden sie unter www.traunseefischer.at



