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Neues von den Bundesforsten

Naturraummanagement

Natur erleben, Moor schützen: Neuer Bohlenweg am Gerzkopf

Bundesforste errichten Lärchenholzweg auf bestehender Wanderroute – Maßnahme schützt Moorflächen vor Trittschäden und lenkt Besucher*innen gezielt

Neuer Holzbohlenweg am Gerzkopf (c) oebf/Wolfgang Lienbacher

Im Natur- und Europaschutzgebiet Gerzkopf (Gem. Annaberg/Lungötz, Eben, Filzmoos) setzen die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) derzeit eine neue Maßnahme zum Schutz sensibler Moor- und Feuchtbereiche um: Auf Grundlage eines vom Land Salzburg beauftragten Wegekonzepts wird auf einer Länge von insgesamt rund 150 Metern ein Holzbohlenweg aus Lärchenholz errichtet. Er soll Wander*innen künftig gezielt über besonders empfindliche Abschnitte lenken und die Moorvegetation vor zusätzlicher Trittbelastung schützen. „Hochmoore wie jene am Gerzkopf sind wertvolle Lebensräume und spielen gerade in Zeiten des Klimawandels als Wasser- und CO2-Speicher eine wichtige Rolle. Gleichzeitig soll das Gebiet auch weiterhin als beliebtes Wanderziel erlebbar bleiben. Mit dem neuen Holzbohlenweg wollen wir Naturerlebnis und Schutzinteressen bestmöglich miteinander verbinden“, sagt Palmira Deißenberger, Projektleiterin und stellvertretende Betriebsleiterin des ÖBf-Forstbetriebs Flachgau-Tennengau.

Gezielte Besucherlenkung schützt das Moor

Westlich des Gerzkopf-Gipfels erstreckt sich auf einer Höhenlage von etwa 1.700 Metern ein ausgedehnter Moorkomplex mit sensiblen Hoch- und Übergangsmoorflächen. Hier finden auch hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten einen geeigneten Lebensraum, wie etwa die seltene Hochmoor-Tarantel. Der bestehende Wanderweg führt teilweise direkt durch die sensiblen Moor- und Feuchtflächen. Vor allem nasse Stellen werden beim Wandern teilweise seitlich umgangen. Dadurch sind mit der Zeit Trampelpfade und Ausweichspuren entstanden, auf die gerade Moorpflanzen empfindlich reagieren: Torfmoose etwa besitzen keine Wurzeln; ihre empfindlichen Pflanzenköpfchen können bereits durch geringe Trittbelastung geschädigt werden und regenerieren sich nur sehr langsam. Der neue Holzbohlenweg konzentriert die Nutzung auf eine klar definierte Wegführung und schont dadurch die angrenzenden Moorbereiche. „Unser Ziel ist es, durch frühzeitige Maßnahmen langfristigen Schäden im Moor vorzubeugen. Gezielte Besucherlenkung ist hier ganz konkreter Naturschutz: Wer auf dem vorgesehenen Weg bleibt, hilft mit, den Lebensraum Moor zu erhalten“, so Deißenberger.

Bauarbeiten im sensiblen Gelände: Weg entsteht aus 15 Teilstücken 

Der neue Holzbohlenweg besteht aus insgesamt 15 Teilstücken, hat eine Gesamtlänge von rund 150 Metern und wird aus witterungsbeständigem Lärchenholz errichtet. Das benötigte Baumaterial wurde zunächst über eine Forststraße so weit wie möglich zum Moorgebiet transportiert. Für das letzte Wegstück in die sensiblen Moorbereiche übernahm ein Hubschrauber den Transport und setzte die Holzpakete direkt an den jeweiligen Bauabschnitten ab. So konnten zusätzliche Fahrbewegungen im Moor vermieden werden. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich noch bis 1. September 2026; ab dem 2. September 2026 ist der Weg offiziell freigegeben. Ausgangsbasis für die Umsetzung ist ein im Auftrag des Landes Salzburg erarbeitetes Wegekonzept für Flächen der ÖBf-Forstbetriebe Flachgau-Tennengau und Pongau im Europaschutzgebiet Gerzkopf. Dabei wurden die Auswirkungen des bestehenden Wegenetzes auf die Moorflächen untersucht und geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt. Neben den Bundesforsten als Grundeigentümer wurden auch die örtlichen Tourismusverbände und Weideberechtigten in den Planungsprozess eingebunden.

Die Umsetzung der Maßnahme wird im Rahmen einer Kooperation der ÖBf mit der Bundesanstalt Statistik Österreich finanziert. Teilnehmer*innen an Umfragen erhalten als Dankeschön Einkaufsgutscheine, deren Wert sie auch gezielt Naturschutzprojekten widmen können. So können im Rahmen des Naturschutzprojekts „Alpenmoore“ auch gezielte Maßnahmen wie jene am Gerzkopf umgesetzt werden.

Mehr als 50 Moorschutzprojekte bei den Bundesforsten

Als größter Naturraumbetreuer des Landes verfügen die Bundesforste insgesamt über mehr als 2.000 Hektar Moorflächen und engagieren sich seit Jahrzehnten für deren Schutz. Über 50 Moorschutzprojekte gab und gibt es bisher, um diese einzigartigen Ökosysteme zu bewahren. In Salzburg zählen dazu das Saumoos bei St. Michael, das Überlingmoor (beide Lungau) sowie das Wasenmoos am Pass Thurn (Pinzgau). Unternehmen haben zudem die Möglichkeit, Naturschutzprojekte der Bundesforste – darunter auch Moorprojekte – im Rahmen der „Allianz für Biodiversität“ zu unterstützen.


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Österreichische Bundesforste

Andrea Kaltenegger

Leitung Kommunikation & Unternehmenssprecherin
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