Die Bechsteinfledermaus – Ein Eichenfan
Große Ohren - die jedoch nicht an der Kopfmitte aneinanderstoßen – das ist das Markenzeichen der sehr seltenen und somit streng geschützten Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii).
Der Wienerwald mit seinen Buchen- und Eichenbeständen ist gern genutzter Lebensraum dieser überaus wärmeliebenden Fledermausart.
Wenn sie hier nachts auf die Jagd geht, kann man sie manchmal in nur 1-5 m Höhe über dem Boden fliegen sehen. Sie ist in der Lage, sehr langsam zu fliegen und mitunter kann man sie sogar rüttelnd über dem Boden beobachten, bevor sie dann zu einer kurzen Landung ansetzt. Die großen Ohren helfen ihr dabei, ihr Beutetier, oft ein flugunfähiges Insekt, zu orten. Mit ihnen ist sie in der Lage, selbst leiseste Raschelgeräusche von Insekten wahrzunehmen.
Zuhause ist´s am schönsten
Die Bechsteinfledermaus ist eine sehr standorttreue Art – weite Wanderungen vollzieht sie nicht. Daher ist sie auf gute Quartiere in ihrem Jagdgebiet angewiesen. Nicht selten werden Fledermauskästen oder sogar Vogelnistkästen als Unterschlupf gewählt, wenn nicht ausreichend natürliche Baumhöhlen zu finden sind.
Neue Unterschlupfmöglichkeiten im Wald
Um den Quartierreichtum im Wienerwald zu erhöhen, haben die Bundesforste bereits 2010 damit begonnen im Wienerwald Fledermaus-Ersatzquartiere an Revierleiter und JagdpartnerInnen zu übergeben, damit diese an Jagdkanzeln montiert werden können. Darüber hinaus soll bis Ende 2020 ein Netzwerk von Altholzinseln auf den Bundesforsteflächen eigerichtet werden um die Verfügbarkeit von natürlichen Quartieren für spalten- und höhlennutzende Arten, wie beispielsweise die Bechsteinfledermaus, zu erhöhen. Diese Inseln sollen ein Mindestalter von 120 Jahren aufweisen und jeweils ein bis drei Hektar groß sein.




Eine Bechsteinfledermaus in ihrem Winterquartier
Foto: wikimedia commons
Die Art ist nach dem deutschen Forstwissenschaftler Johann Matthäus Bechstein (1757 - 1822) benannt .
Foto: Dietmar Nill, wikimedia commons
