LIFE+ Projekt Ausseerland

Mehr Lebensraum für Auerhahn

Mehr Lebensraum für den Auerhahn

Im Bereich der Finetalm im Forstrevier Bad Aussee steht ein ca. 200 Jahre alter, gut verjüngter Wald, der schwer zu ernten ist. Der Boden ist uneben, hat kaum Humus-Auflage und ist von Ansammlungen mit größeren Steinen – sogenannte Blockhalden – geprägt. Das größte aller Raufußhühner, der Auerhahn, hat in diesen Beständen einen Lebensraum gefunden. Um ihn jedoch dauerhaft zu erhalten und zu fördern, braucht es sanfte Eingriffe in die Natur. Von Frühjahr bis Herbst ist eine bodenschonende Befahrung mit Holzerntegeräten in diesem Bereich unmöglich. Eine Förstergeneration früher hat man diese Nutzungen immer im Winter durchgeführt. Auf einer meterhohen Schneeauflage wird der Druck einer großen Maschine besser verteilt und steilere Stellen können dadurch erreicht werden. Heutzutage wartet man Jahre auf den perfekten Winter mit genügend Schnee. Und nun ist er da. Im Rahmen des von der EU geförderten LIFE+ Projekts „Ausseerland“ wird auf einer Fläche von insgesamt 25 Hektar in den Forstrevieren Kemetgebirge und Bad Aussee einzelne Bäume entnommen.

Der Auerhahn – ein Freund lichter Wälder

Ein Schlepper und drei Forstfacharbeiter sind um die Finetalm im Einsatz, um primär Fichten gruppenweise zu fällen und aus dem Wald zu bringen. Ein Kollege schaufelt die Baumstämme frei, sodass die Bäume möglichst bodennah geerntet werden können. Der zweite Kollege fällt die Bäume mit der Motorsäge und der dritte zieht sie mit dem Schlepper im Ganzen zur Forststraße. Für gewöhnlich würde man an einem solchen Standort die Stämme entasten, sodass die Nadeln und Äste im Wald blieben. Durch das Verrotten dieser Baumteile kommen Nährstoffe in den Boden und bauen ihn auf. Für Auerhennen mit Nachwuchs sind liegende Äste allerdings eine Gefährdung. Die Hennen laufen voran über die Äste und verlieren einzelne Küken, die mit ihren kleinen Beinen Hindernisse nicht überwinden können. Die Hennen bemerken den Verlust der Küken zumeist nicht und so dezimiert sich der Nachwuchs dieser gefährdeten Raufußhuhnart. Um dies zu vermeiden und Lebensraum für den Auerhahn zu gewährleisten, wird daher in diesem Fall der ganze Baum entfernt.

Nach der Nutzung bleibt ein lückiger, mehrschichtiger Wald zurück. Die vorhandene Verjüngung (junge Bäume, die nachkommen) hat Platz zum Wachsen, am Boden kann sich eine Krautschicht mit Heidelbeeren als Nahrungsquelle für den Auerhahn bilden und der Wald ist durch den stufigen Aufbau stabiler gegenüber starkem Wind. Das größtenteils entnommene Fichtenholz und ein paar Lärchen werden an der Forststraße mit einem Prozessor aufgearbeitet und verkauft. Da das Holz in diesem Bereich sehr langsam gewachsen ist, hat es ein schönes Jahrringmuster und wird von Tischlern geschätzt. Das Holz findet Verwendung für sichtbare Fensterrahmen oder Möbelstücke. Totholz und einzelne vorhandene Laubbäume wie eine Vogelbeere werden im Wald stehen gelassen und tragen zur Artenvielfalt bei. Sofern es Wetter und Schneedecke zulassen, sind die Forstfacharbeiter und der Schlepper noch den ganzen April in den Hochlagen im Einsatz.

Mehr Lebensraum für den Auerhahn

Über Jahre hat man nun auf den perfekten Winter gewartet: Heuer ist es soweit – es gibt genug Schnee in den Hochlagen, sodass bodenschonende Holzernte mit dem Schlepper in den Forstrevieren Bad Aussee und Kemetgebirge möglich ist. Das Ziel: Lichte Wälder als Lebensraum für den Auerhahn erhalten und gestalten.

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