Moorrenaturierung durch Unterstützung der Respondent*innen der Statistik Austria
Schutz von gefährdeten Lebensräumen und Arten
Seit Jänner 2022 haben Respondent*innen der Statistik Austria die Möglichkeit, Naturschutzprojekte auf Flächen der Österreichischen Bundesforste zu unterstützen. Personen, die an Umfragen der Statistik Austria teilnehmen, erhalten als Dankeschön einen Gutschein. Diesen Gutscheinwert können sie einem Naturschutzprojekt widmen. Rund 30% der Respondent*innen haben diese Option in Anspruch genommen. Aktuell werden die Mittel für den Moorschutz eingesetzt: Flächen in der Steiermark, in Oberösterreich, in Salzburg und in Tirol wurden bzw. werden bearbeitet.

Naturschutzprojekt „Alpenmoore“ 2023 - 2025
Im den Jahren 2023, 2024 und 2025 steht das Naturschutzprojekt „Alpenmoore“ mit Moorflächen in Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Steiermark (Ausseerland) im Fokus, auf denen Renaturierungsmaßnahmen und Pflegemaßnahmen zu deren Schutz gesetzt werden.
Tirol
In Tirol bei Going am Wilden Kaiser konnten im Sommer 2023 mit den bis dahin eingelangten Mitteln erste Maßnahmen in zwei Moorflächen umgesetzt werden: Am Hüttelmoos wurde die Vegetation zurückgeschnitten, um die Moorfläche freizuhalten. Am Hahnbodenmoor wurden zur Wiedervernässung des Moores neue Staudämme gesetzt.
Die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen kann bereits bestätigt werden. Im Bereich des Hüttelmoos wurden im Herbst 2024 und im Herbst 2025 in einem zweiten und dritten Schritt in einem Bereich weitere Gehölze zurückgeschnitten, um eine ideale Maßnahmenwirksamkeit für den gesamten Moorbereich zu gewährleisten.


Salzburg
In Salzburg laufen unterdessen die umfassenden Vorbereitungsarbeiten für die dringend erforderliche Maßnahmenumsetzung am Gerzkopf auf Hochtouren. In diesem Natura 2000-Gebiet wird derzeit ein durch das Land Salzburg beauftragtes Wegekonzept zum Schutz der Moorflächen entlang von Wanderwegen umgesetzt. Die Finalisierung der Umsetzung dieser Schutzmaßnahmen ist bis 2026 vorgesehen.
Oberösterreich
Im Großen Langmoos wurden zwischen 2010 und 2013 bereits erste Renaturierungsmaßnahmen zur Wiederherstellung des historisch drainagierten Moores umgesetzt. Diese Maßnahmen wurden u.a. durch ein Starkschneeereignis teilweise unwirksam. Im Jahr 2025 wurden daher in Zusammenarbeit mit Expert*innen der Universität Wien die bestehenden Anlagen verstärkt. Ein finanzieller Beitrag zur Umsetzung kam auch aus den durch die Respondent*innen der Statistik Austria zur Verfügung gestellten Mittel.
Auch das Feuchtau-Hochmoor im Gebiet des Nationalparks Kalkalpen wurden vor der Nationalpark-Ausweisung entwässert. Derzeit werden zur Renaturierung dieses wertvollen Hochmoores gemeinsam mit Moorexperten konkrete Umsetzungsplanungen erarbeitet und zur behördlichen Bewilligung eingereicht. Die Maßnahmensetzung ist 2026 / 2027 zu erwarten.


Steiermark
Die Moor- und Feuchtwiesenbereiche am Sandling im Inneren Salzkammergut leiden unter Teils starkem Aufkommen von Gehölzen wie Fichten und Faulbaum.
Teilbereiche der Sandlingmoore wurden daher bereits in Kooperation mit der Lenzing AG 2024 gepflegt und die Gehölze entfernt. Die Bearbeitung weiterer Teilflächen ist naturschutzfachlich wichtig, erste Bereiche wurden 2025 im Rahmen der Kooperation mit der Bundesanstalt Statistik Österreich gepflegt.
Naturschutzprojekt „Moorkomplex am Nassköhr“ 2022
Im Jahr 2022 flossen die Mittel aus der Kooperation mit der Bundesanstalt Statistik Österreich in Renaturierungsmaßnahmen im „Moorkomplex am Nassköhr“ des ÖBf-Forstbetriebs Steiermark. Im Ramsar-Gebiet Nassköhr gab es bereits 2002 in Zusammenarbeit mit der Universität Wien erste Renaturierungsmaßnahmen mit rund 80 Holzdämmen. Es handelt sich um den größten Moorkomplex im Osten der Kalkalpen mit einer Ausdehnung von rund 200 Hektar. Durch diese Alleinstellung in Bezug auf die geografische Lage und die flächenhafte Ausdehnung ist es klar, dass dieses einmalige Feuchtgebiet erhalten bleiben soll. Ziel des Projektes war es, die Renaturierungsmaßnahmen nachzubessern und auszubauen.


Die geplanten Renaturierungsmaßnahmen am Moorkomplex Nassköhr konnten im Sommer 2023 umgesetzt werden. Insgesamt wurden 19 alte Staudämme saniert und 5 neue Dämme gesetzt. Die Stauwirkung der Dämme wurde von einer Moorexpertin überprüft: der Wasserrückstau ist wieder gewährleistet und das Wasser wird wieder im Torfkörper gehalten.
Weiters konnten im Herbst 2024 zur Erhaltung und Förderung des Hochmoores Durchfallmoos, welches Bestandteil des Nassköhr-Moorkomplexes ist, kleine Bäume und Sträucher - insbesondere aufkommende Fichten - aus der Moorfläche entfernt werden.
2024 wurden zum Monitoring der hydrologischen Situation in den bearbeiteten Mooren Messpegelsysteme installiert, welche seither regelmäßig gewartet werden und nun Daten zum hydrologischen Zustand des Moores liefern.
Wir bedanken uns auf diesem Wege bei allen Respondent*innen herzlichst!
Namentlich sind diese unter anderen
Walter Bärnfeind, M. Schmelzer, Karin Schoder, Johannes Strauß, Jürgen Pilz, Pascal Peer, Yasmin Schwöd, Claudia Daniela Ortner, Renate Kraft, Angela Rucker, Annemarie Wutti, Michael Liener, Tanja Dinter & Hannes Loipetsberger, Kathi Gabl, Alexander Küpper, Nora Schlüßlmayr, Bettina Domenig, Mario Gurka, Nadjeschda Stoffers & Stefan Haider, Wolfgang Köhler, Angela Rucker, Stefanie Renner, Raimund Teubler, Fabian Wallmüller, Christina Kimmerle, Lilian Wallmüller, Lou Wallmüller, Daniel Gusta, Claudia Regine Malcher, Birgit Küffner & Erich Zinzenheim, Jutta Stangl, Anna Kandolf, Augusta Ruby, Dr. Walter Holzhacker, Petra Schilcher, Adelheid Mitterbauer, Natascha Lager BEd, Margit Wölfler, Sergii Zavadskyi, Dipl.-Ing. Gabriel Türkis, Walter Brückler, Nadja Pöltl, Familie Dania und Michael Slivon, Gerda Aßmann,Tobias Deimann, Waldomir Markgraf, Monika und Günter Reisenbichler, Angela Rucker, FOInspektor Marco Balogh, Claudia Malcher, Rudolf Zehetmayer, Wolfgang Hiess, Michael Schirxl, Sabine Pfarrhofer, Manfred Egger, Kerstin Weißkirchner, Dominik Rapala, Doris und Pol Schmoetten, Ernestine Ripper, Franz Kerner, Andreas Pruner, Marco Josef Balogh, Jennifer Herbst, Susanne Exner, Maria Zeillner, Margarete Maria Rossipaul, Andrea Fahrngruber, Philipp Puxbaum, Manfred Jirak, Gudrun Dankl-Neurohr, Raimund Riederer, Josef Philipp Lehner, Rosa Apl, Franz Antel, Rudolf Mündle, Thomas Zauner
