BP Wienerwald

Weichtier des Jahres 2021

Die Weinbergschnecke

Weinbergschnecke auf steinigem Untergrund
Weinbergschnecken sind keine Gefahr für den Gemüsegarten! // Foto: Gernot Waiss

Weil man sie zum Fressen gern hatte, steht unsere größte Häuschenschnecke inzwischen unter strengem Naturschutz.

Schnecken spielen eine wichtige Rolle in der Natur: Sie verwerten Pflanzenmaterial zu Humus. Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) frisst am liebsten weiche und meist welke Pflanzenteile oder Algen. Diese schabt sie mit einer Raspelzunge, auf der sich rund 40.000 Zähnchen befinden, ab. Frisches Grün interessiert sie weniger. Daher ist sie in naturnahen Gärten ein gern gesehenes Helferlein.

Mit etwa 4 Metern pro Stunde ist sie jedoch nicht nur in Weingärten - wie es der Name vermuten lässt – unterwegs, sondern auch in lichten Wäldern, in Gebüschen und in offenen Landschaften. Sie braucht eine warme, nicht zu trockene Umgebung und dichte Vegetation, wo sie sich tagsüber verstecken kann. Am wichtigsten ist jedoch, dass der Boden viel Kalk enthält, denn diesen braucht sie für ihr Gehäuse.

Der selbst produzierte Schleim verleiht der Weinbergschnecke ungeahnte Fähigkeiten: Auf ihrer Schleimspur gleitend bewältigt sie senkrechte Wände. Zur Abwehr gefräßiger Insekten kann sie ihn schaumig aufblasen. Der Schleim taugt aber auch als Hitzeschutz, sie kann sich daraus selbst einen Deckel für ihr Gehäuse herstellen und so lange Trockenzeiten überstehen.

Im Wienerwald

Weinbergschnecken sind in Mitteleuropa weit verbreitet und so auch im Biosphärenpark Wienerwald oft anzutreffen - bei Regenwetter sind Begegnungen jedoch sehr viel wahrscheinlicher als an trockenen Tagen. Eine winzige Schnecken-Verwandte, die Dicke Tönnchenschnecke (Orcula dolium infima) trifft man dagegen ausschließlich im Wienerwald, sie ist hier endemisch!

 

Steckbrief

Weinbergschnecke (Helix pomatia)

Größe:bis zu 10 cm
Schutzstatus laut "Roter Liste":

nicht gefährdet, allerdings steht sie sowohl in Österreich als auch in der FFH-Richtlinie der EU unter strengem Schutz, da sie vor weiterer unkontrollierter Entnahme geschützt werden muss

Verbreitung in Österreich:ganz Österreich, bis in 2000 m Höhe nachgewiesen
Lebensraum:

lichte Wälder, Hecken und Gebüsche, Feldraine, Magerrasen und Weingärten

Lebenserwartung:in einem Terrarium ca. 20 Jahre, in der Natur deutlich weniger

 

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