Gehhilfen für Gelbbauchunken – Bundesforste machen Forststraßen barrierefrei

(6.10.2015) Mittels einfacher Leitern gelangen Amphibien, die durch Viehgitter auf Forststraßen fallen, wieder in die Freiheit.

Barrierefreiheit ist nicht nur bei Menschen ein wichtiges Thema, sondern auch im Tierreich. Unsere Naturlandschaft ist mit baulichen Hindernissen durchzogen. Viele wild lebende Tiere müssen Straßen und Geleise überwinden, Siedlungen und Industriegebiete umgehen und riskieren dabei oft ihr Leben. Unüberwindbare Hindernisse, wie etwa Bachverbauungen auf dem Wanderweg von Fischen, stellen eine so große Barriere dar, dass die Tiere in ihrer Population eingegrenzt sind, kein genetischer Austausch erfolgen kann und potenzielle Lebensräume nicht mehr besiedelt werden.

Aufstiegshilfen für abgestürzte Gelbbauchunken
Im LIFE+ Projekt „Naturwald, Moore und Lebensraumverbund“ der Bundesforste gilt es, Lebensraumverbindungen wiederherzustellen und den geschützten Arten Wandermöglichkeiten zu bieten. Dazu zählen auch Gelbbauchunken, die sich auf ihrem Weg durch Wald und Wiese unter anderem auf Forststraßen und Güterwegen fortbewegen. Hier gehen nicht nur von den Autos und Traktoren Gefahren aus. Auch die Viehgitter, die verhindern, dass Weidetiere ein Areal eigenständig verlassen können, stellen für die Gelbbauchunke eine lebensbedrohende Gefahrenquelle dar. Sie fallen sehr leicht durch das Gitter in den Betonkasten darunter. Dieser hat zwar einen Abfluss, damit nach der Schneeschmelze oder nach Starkregen das Wasser abfließen kann, allerdings ist dieser meist verstopft und dann gibt es für die Tiere keinen Ausweg mehr. Sie verbleiben in den Kästen und verhungern.

Daher wurden im Talbereich des Ausseerlandes 32 Weideroste durch den Einbau von Amphibien-Aufstiegshilfen barrierefrei gemacht. Die Forsttechnik der Österreichischen Bundesforste hat dafür simple Leitern konstruiert. Es sind Metallbretter mit einer haftbaren Struktur, die an zwei Seiten in den Weiderost-Kasten eingebaut werden. Auf diesen Leitern können kleine Tiere auch nach einem Absturz wieder aus ihrer Gefangenschaft entkommen.

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