Gerettet: Sumpfschildkröten-Babys auf Abwegen

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist das Reptil des Jahres 2015 und kommt in Österreich als natürliche Population nur noch in den Donau-Auen vor. Umso wichtiger ist es daher, den Bestand zu sichern, auch wenn es sich um drei kleine Sumpfschildkröten handelt.  

Der junge Schildkrötennachwuchs war gerade auf Wanderschaft vom Winter- ins Sommerquartier, als sich der Unfall ereignete. Nicht selten überwintern bereits im Herbst geschlüpfte Baby-Sumpfschildkröten noch in ihren unterirdischen Gelegen. Im Frühjahr machen sich die wenige Monate alten Tiere auf ihre oft gefährliche Reise in die Sümpfe und Gewässer des Nationalparks Donau-Auen. Einige Baby-Schildkröten sind dabei in Eckartsau in eine Grube gepurzelt und von aufmerksamen Gemeindearbeitern entdeckt worden. Diese verständigten die Experten der Bundesforste, die die Tiere vorsichtig bargen und sie dann an sicherer Stelle im Nationalpark Donau-Auen wieder freiließen. Dass die kleinen Tiere gefunden wurden, grenzt an ein Wunder, denn sie sind nur wenige Zentimeter groß.

Scheue und bedrohte Art
Von der scheuen Aubewohnerin lebt nur noch eine Population von 1.500 Tieren in den Donau-Auen. Hier finden die Schildkröten noch passende Gewässer als Lebensraum und die nötigen trockenen, besonnten Bereiche zur Eiablage vor. Bei der Suche nach ausgewachsenen Exemplaren der einzigen in Österreich heimischen Schildkrötenart, die bis zu 70 Jahre alt werden kann, braucht man daher viel Glück und Geduld.

Vorsicht während der Schildkrötenwanderung
Glück brauchen auch jene Sumpfschildkröten, die in den nächsten Wochen den idealen Platz zur Eiablage suchen. Sie wandern von den Gewässern in trockene Bereiche, in denen sie ihre Eier in einer Grube vergraben. Geduld ist in dieser Zeit von den Autofahrern gefragt, denn die Schildkröten passieren dabei auch Uferstraßen. Mit Warnschildern werden sie auf die Schildkrötenwanderung aufmerksam gemacht. Damit soll der Bestand der Europäischen Sumpfschildkröte erhalten und auch der Nachwuchs im kommenden Jahr gesichert werden.  

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